Herr über 50.000 Hektar Wald im Bezirk Landeck

Bezirksforstinspektor Peter Hauser geht in Pension. Die Probleme der Zukunft sieht er im Klimawandel und im Wildverbiss.

Peter Hauser, Michael Knabl und Bezirkshauptmann Markus Maaß (v. l.) zogen Bilanz und gaben einen Ausblick auf die Zukunft des Waldes.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck –Rund 28 Prozent des Bezirks Landeck sind bewaldet, das sind 50.000 Hektar oder rund 70.000 Fußballfelder. 32 Jahre lang war er dafür verantwortlich: Heuer geht Bezirksforstinspektor Peter Hauser in Pension. Es war eine verantwortungsvolle Aufgabe, immerhin 72 Prozent der Waldflächen haben im westlichsten Bezirk eine „Objektschutzfunktion“ – „das ist Tirols höchster Wert“, wie der „Herr der Wälder“ hervorhebt. Er übergibt sie nun in jüngere Hände. Sein Nachfolger wird Michael Knabl aus Fließ.

Und auf den wartet viel Arbeit. Die Herausforderungen der Zukunft liegen beim Wild und im Klimawandel, wie Hauser selbst betont. Steigende Temperaturen und geringer Niederschlag machen der Fichte den Garaus. Im Bezirk werde das der Wald bis 1400 Meter Seehöhe zu spüren bekommen. „Die Lösung des Wildproblems wird die Kardinalfrage der Zukunft sein. Wenn wir unsere Wälder klimafit machen wollen, muss diese Frage zuerst gelöst sein“, so Hauser. 60 Prozent der Waldflächen seien von Wildverbiss betroffen. Bekannt war Hauser immer auch für seine deutlichen Worte Richtung Jägerschaft: „Zwischen Forst und Jagd gibt es immer wieder Reibereien“, sagt er.

"Ein-Mann-Partie prägte Waldbewirtschaftung"

Seit 1980 ist der Zammer nun schon im Landesdienst, seit dem 1. März 1988 leitet er die Bezirksforstinspektion. Bis zum 1. August gibt es nun eine Doppelspitze gemeinsam mit seinem Nachfolger.

Der ist Förster, Doktor der Betriebswirtschaft und seit 2002 in der Forstinspektion Landeck tätig. Wichtiges Thema der Zukunft ist die Anpassung der Wälder an künftige Klimabedingungen, erklärt auch er. Vor allem im Talkessel von Landeck und den Inn hinauf bis Prutz werde es Probleme geben. Um den Wald klimafit zu machen, werden heuer im Bezirk 90 Zäune aufgestellt, um Referenz- und Testflächen aufzuforsten.

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Seinem Vorgänger streut er Rosen: „Peter Hauser hat die letzten Jahrzehnte Waldbewirtschaftung stark geprägt, er war eine Ein-Mann-Partie“, Landeck sei ein „Vorzeigebezirk“.

Das bekräftigt auch Bezirkshauptmann Markus Maaß: Er unterstreicht die großen Verdienste von Hauser. Derzeit sei man dabei, ein Interreg­projekt zum Thema „Rotwildmanagement“ zu starten. Gemeinsam mit Graubünden und Südtirol wird das Thema Wald und Wild behandelt. Man sitze dort gemeinsam mit Jägern, Bauern und Grundbesitzern an einem Tisch, so Maaß. Eine Lösung finde man nur gemeinsam.


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