Standort für TVB-Gebäude in Landeck sorgt weiter für Kritik

Der TVB TirolWest hat die neuen Pläne für sein Hauptquartier der Stadt präsentiert. Sonnenwirt Karl Graber will das Projekt bekämpfen.

Auf der Fläche neben dem Reschenscheideckhaus soll das neue Hauptquartier des TVB entstehen.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck –Die Pläne sind fertig und wurden bereits der Stadt vorgestellt. „Wenn alles gut läuft, werden wir im Herbst mit dem Bau beginnen“, informiert die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes TirolWest, Simone Zangerl. Seit Jahren plant der TVB eine neue Zentrale beim Reschenscheideckhaus am Eingang zur Malserstraße.

Erklärter Kritiker des Projekts ist der Landecker Hotelier Karl Graber. Er will nun eine Unterschriftenaktion starten – „weil wir der Meinung sind, dass man die vorhandenen Gebäude in der Stadt nutzen soll“. Derzeit liege das Thema bei seinem Anwalt, es werden Möglichkeiten einer Beschwerde geprüft, teilt man dort mit.

Der Sonnenwirt verweist auf zahlreiche Leerstände im Stadtzentrum – das sei „traurig“. „In ganz Tirol redet man derzeit von Revitalisierung“, sagt er, „ein Neubau ist absolut nicht notwendig.“ TirolWest sei einer der kleinsten Tourismusverbände in Tirol, selbst größere hätten kein eigenes Gebäude, behauptet er. Vielmehr solle das vorhandene Geld zur Unterstützung von Veranstaltungen genutzt werden, hier passiere zu wenig.

„Wir halten daran fest.“

Zangerl verteidigt die Standortwahl, die seit Jahren nicht zur Diskussion steht – weder im Aufsichtsrat noch im Vorstand, wie sie betont. „Es ist nicht so, dass wir die Leerstände nicht geprüft hätten“, erklärt sie. Entweder man konnte sich nicht mit den Eigentümern einigen, oder es gab Probleme mit Parkplätzen. Die Fläche beim Reschenscheideckhaus sei auch wegen der Busanbindung, dem Radverkehr und der Lage am Beginn der Mal­serstraße perfekt. „Wir halten daran fest.“

Das Projekt dürfte nun in die Zielgerade einbiegen. Im vergangenen Sommer schickte der TVB das Projekt zurück an den Start. Mit neuen Architekten wurde es neu gestartet und inzwischen auch im Bauausschuss der Stadt Land­eck vorgestellt. Laut dessen Obmann, Vizebürgermeister Thomas Hittler, ist es „sehr gefällig“, man habe es für gut befunden. Hittler glaubt derzeit nicht, dass es Stolpersteine geben wird, „es hat gut ausgeschaut, es macht einen durchdachten Eindruck“. In die Kritik von Graber stimmt Hittler nicht ein – das sei nicht Aufgabe der Stadt, sondern die Entscheidung des Tourismusverbandes. „In solche Dinge mische ich mich nicht ein. Altbestände zu nutzen, ist immer gut“, so Hittler, sie müssen aber auch die Funktion erfüllen.

Sonnenwirt Graber will weiter gegen das Projekt kämpfen.


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