21 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Österreich

In Österreich sind mit Stand Dienstagvormittag 21 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 aufgetreten. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Wien bekannt. Wo die drei neuen Fälle zu verorten sind, wurde noch nicht bekannt. Weiterhin befinden sich laut dem Ressortchef rund 350 Menschen österreichweit in Quarantäne.

Meist handelt es sich dabei um Personen, die engen Kontakt mit am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten und als Vorsichtsmaßnahme auf behördliche Anweisung abgesondert wurden, hatte es am Montag vom Einsatzstab im Innenministerium geheißen. Es sei „wichtig, dass das alle durchhalten“, betonte Anschober bezüglich dieser Quarantänefälle.

Eine mit Covid-19 infizierte Niederösterreicherin hat unterdessen das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital verlassen. Die Frau aus dem Bezirk Korneuburg befindet sich seit Montag so wie ihr Ehemann in häuslicher Quarantäne, bestätigte der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) am Dienstag einen „Kurier“-Bericht. Die Erkrankte ortete im Ö3-Interview Anfeindungen und befand „dass wir wie Aussätzige behandelt werden“.

Die Eheleute, die laut „Kurier“ auf selbstständiger Basis als Fitnesstrainer tätig sind, hatten offiziellen Angaben zufolge Kontakt mit jenem infizierten Wiener Paar, bei dem am vergangenen Donnerstag das Coronavirus festgestellt wurde. Dem Zeitungsbericht zufolge fand das Treffen am 22. Februar statt. Nach der positiven Untersuchung auf Sars-CoV-2-Erreger wurde der Niederösterreicher unter häusliche Quarantäne gestellt. Seine Frau wurde mit Fieber vorübergehend im Kaiser-Franz-Josef-Spital behandelt.

„Momentan leben wir sehr eingeschränkt“, sagte die Frau aus dem Bezirk Korneuburg zu Ö3. „Mein Mann hat keinerlei Symptome“, bei ihr selbst sei die Erkrankung „wie ein grippaler Infekt“ gewesen. „Es geht mir gut, ich habe ein bisschen Husten noch, aber ansonsten ist alles in Ordnung.“

Störender als das Virus empfand die Betroffene das Verhalten mehrerer Mitmenschen. Sie berichtete von hysterischen Nachrichten aus der Nachbarschaft. Die Situation sei „wie zu Pestzeiten, wie wenn wir die Pestbeulen hätten“, hob die Niederösterreicherin hervor. „Unser Empfinden ist, dass wir wie Aussätzige behandelt werden, weil einfach dann das Mobbing überhandnimmt.“

Bei der älterer Tochter habe bereits Mobbing stattgefunden, hielt die Frau fest. Ihr Mann sprach im „Kurier“ davon, dass über einen Klassenwechsel des Mädchens nachgedacht werde. Ebenfalls in Erwägung gezogen werden rechtliche Schritte - unter anderem aus Angst um die berufliche Existenz. Die beiden Fitnesstrainer waren vor Bekanntwerden der Erkrankung laut der Tageszeitung unter anderem in der Vienna International School sowie in der Bundessportakademie in Wien zugegen.


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