Verletzungen trüben die abgelaufene Eiskanal-Saison

Die Wettkampfsaison im Eiskanal ist zu Ende. Wer nicht verletzt ist, testet für kommende Groß-Events.

Beim Weltcup-Finale brach sich Yannick Müller bei diesem Sturz die Speiche der linken Hand – sechs Wochen Gips.
© Instagram/bastibley.snapshots

Von Günter Almberger

Kunstbahnrodeln: Die Freude über eine erfolgreiche Saison wurde im Rodellager von zahlreichen Verletzungen getrübt. Die ÖRV-Equipe geht nicht nur sprichwörtlich am Stock. Das jüngste Verletzungsopfer heißt Yannick Müller. Der Vorarlberger stürzte mit seinem Doppelsitzer-Partner Armin Frauscher beim letzten Weltcuprennen in Königssee und zog sich eine Speichenfraktur im linken Arm zu. „Mir wurde das Handgelenk eingerichtet und mit einem Gips für die kommenden sechs Wochen ruhiggestellt“, erzählt Müller. Erst zwei Tage vor Beginn der Sommervorbereitung ist der ÖRV-Youngster den Gips wieder los.

Wann sein Landsmann Thomas Steu wieder ins Training eingreifen kann, ist hingegen noch offen. Nach seinem Sturz in Sigulda und einer komplizierten Bein-Operation musste sich der Bludenzer erneut operieren lassen – diesmal an der Hand. „Im Zuge der Behandlung der Beinverletzung erhielt er schwere Schmerzmittel. Erst als diese reduziert wurden, offenbarte sich ein Kahnbeinbruch“, erklärte ÖRV-Sportdirektor Rene Friedl. Für ihn gibt es keinen bestimmten Grund, warum im ÖRV-Team in dieser Saison so viele Verletzungen auftraten: „Wenn man sich mit 130 km/h durch Raum und Zeit bewegt, kann leider immer etwas passieren. Jetzt heißt es auskurieren, damit wir kommende Saison wieder angreifen können.“

Skeleton: Über WM-Bronze zum Saisonende ist Janine Flock noch immer „superhappy“. Für die Rumerin war dies nicht selbstverständlich. Zumal in Altenberg vorrangig der Ablauf bei einem Groß-event für Olympia 2022 verinnerlicht werden sollte. Flock stand bis auf ein Rennen immer auf dem Podest, trotzdem sieht die 30-Jährige Verbesserungspotenzial. „Angefangen von meiner Performance bis hin zum neuen Schlitten, der beim Fahrverhalten noch extrem reagierte“, betonte die Gesamtweltcup-Zweite. Weil die Olympiabahn-Homologierung in Peking wegen des Coronavirus auf den Herbst verschoben wurde, geht es am 14. März direkt für eine Woche nach Lake Placid (USA). Dort findet kommende Saison die WM statt. „Das ist mein absolutes Highlight, ich will wichtige Erkenntnisse sammeln“, erklärte Flock, die mit Trainer-Freund Matthias Guggenberger das Trainingslager bestreitet. Ihre ÖBSV-Herren-Teamkollegen reisen ebenfalls nach Lake Placid.

Bob: Ende gut, alles gut? Zum Abschluss der Saison zeigten die Piloten Benjamin Maier und Markus Treichl bei der WM in Altenberg im Viererbob auf. Maier konnte als Fünfter sogar lange um eine Medaille mitreden, Treichl schaffte es in die Top Ten. „Durch die Leistungen bei der WM sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Die Weltcup-Saison war leider verkorkst“, bilanzierte Nationaltrainer Wolfgang Stampfer. Schuld daran waren vor allem die Verletzungen der beiden Piloten. „Benni konnte nie richtig trainieren, Markus musste mehr ruhen als trainieren“, so Stampfer, der mit seinen Athleten übernächste Woche für zehn Tage zum Testen nach La Plagne fährt. Beim Damen-Aushängeschild Katrin Beierl hofft Stampfer mit Blick Richtung Olympia auf eine Einbürgerung von Anschieberin Jennifer Onasanya.


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