FIS-Renndirektor Waldner: „Wie Affen durch die Weltgeschichte“

Bei FIS-Renndirektor Waldner macht sich Ärger breit, ÖSV-Herrenchef Puelacher geht von Cortina-Absage aus.

Renndirektor Markus Waldner (l.) und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel plauderten in Hinterstoder.
© gepa

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Am Freitag wird über die Austragung des Weltcup-Finales von Cortina d’Ampezzo (ITA) entschieden – doch geht es nach ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher, dann ist jetzt schon klar: Die Rennen werden aufgrund der Gefahren des Coronavirus abgesagt und ersatzlos gestrichen. „Der momentane Stand ist: Das Finale wird nicht ausgetragen. Da gibt es klare Richtlinien von der italienischen Regierung. Ich weiß nicht, was sich jetzt in drei Tagen noch ändern soll“, meinte der Tiroler und ergänzte: „Ich gehe davon aus, dass das Finale in Cortina abgesagt wird. Zuschauer werden ohnedies keine zugelassen – und wenn das TV ausbleibt, gibt es auch keine Rennen.“

Eine Entscheidung, die Puelacher im Sinne der Skirennläufer auch befürwortet. „Wenn es um die Gesundheit der Sportler geht, dürfen wir kein Risiko eingehen. Es gibt in jedem Land Experten, die das einschätzen und beurteilen. Und denen müssen wir vertrauen.“ Das Finale (18. bis 22. März) wird im Falle einer Absage ersatzlos gestrichen.

Ärger macht sich indes bei FIS-Herren-Renndirektor Markus Waldner breit. Der Südtiroler hatte sich in Hinterstoder noch dafür ausgesprochen, den Weltcup am Montag zu stoppen („Um das Risiko zu minimieren, muss man die Maschine stoppen“). Doch dann trat das FIS-Council (18 Vertreter nationaler Verbände) zusammen und entschied die Fortsetzung des Weltcups in Kvitfjell (NOR).

„Ich schätze nichts mehr ein, das müssen jetzt die Präsidenten und Generalsekretäre entscheiden. Wir sind nur die Handlanger und fahren wie die Affen in der Weltgeschichte herum“, sagte Waldner gestern bei der Anreise nach Norwegen. „Wir müssen tanzen, wenn die anderen entscheiden. Lächerlich, aber es ist so. Am Freitag wissen wir mehr, ob in Cortina gefahren wird. Alles andere sind nur Gerüchte und Spekulationen.“

So lange bleibt alles beim Alten: In Kvitfjell warten nun Abfahrt und Super-G, die Damen haben nach der Absage von Ofterschwang (GER) frei. Die Woche darauf sind vor dem Finale in Aare (SWE/Damen) und Kranjska Gora (SLO/Herren) Rennen geplant.


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