Werkhaus in Reutte will Laboratorium für alle sein

Eine Podiumsdiskussion mit Expertenrunde zum Thema Digitalisierung lockte nicht einen Zuhörer an. Das Werkhaus in Reutte ist weiter um große Breite bemüht.

Interessierte Einheimische nutzten den „Lehrlings-Open-Lab-Day“, um sich ein Bild über die Angebotspalette zu machen.
© Nikolussi Hans

Reutte –Mit einem „Lehrlings-Open-Lab-Day“ hat sich eine neue Einrichtung in Reutte wieder in Erinnerung gebracht. Im Parterre des ehemaligen „Braugasthofes Rose“ mit dem markanten Erker hat sich bekanntlich ein außergewöhnliches Projekt angesiedelt. Seit einem Dreivierteljahr stellt man nun schon ein Angebot an alle Neugierigen, Bastler, Tüftler, Hacker und Heimwerker. Hinter dem „Werkhaus“ steht eine gemeinnützig ausgerichtete GmbH, die mit Unterstützung der Regionalentwicklung Außerfern und nach einem Startschuss beim damals ausgerufenen Tiroler Lech Funding Contest gegründet wurde.

„Als offene Werkstätte für Handwerk und Digitalisierung schließt unsere neue Institution eine Lücke in der Technologieentwicklung und -förderung des Außerferns“, sagt Johannes Leismüller, einer der beiden Initiatoren. „Wir wollen Junge wie Junggebliebene ermutigen, sich darauf einzulassen, mit neuen Technologien zu experimentieren, sich weiterzubilden und idealerweise sogar einen technischen Beruf zu ergreifen“, formuliert weiter Sandra Moosbrugger-Koch, die zweite Kraft des Teams, und stellt die Zielklientel vor: „Unser Angebot an Maschinen und Werkzeugen steht jedem zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt jedoch auf unseren Angeboten für Schulen und Kindergärten.“ Im Werkhaus gibt es die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen, was beim „Open-Lab-Day“ ausgiebig genutzt wurde. Auf knapp 250 m² Fläche beherbergt das Werkhaus ein Technik-FabLab von Elektrotechnik über einen IT-Hackerspace bis zu Holz-, Metall- oder Textilbearbeitung.

„Mach es selbst“-Initiativen

Ohne diese Ausrüstung erst selbst anschaffen zu müssen, eröffnet sich dem Nutzer ein weites Feld. Zahlreiche Workshops sind bereits durchgeführt worden. Das Werkhaus steht nicht für Serienproduktionen, beziehungsweise Produktionen kommerzieller Nutzung zur Verfügung, man übernehme auch keine Arbeitsaufträge, für die es in der Region andere Anbieter gebe.

Unterstützt wird aber jeder in seinen privaten und kreativen Do-it-yourself-Projekten. Damit meinen die Initiatoren das weite Feld der „Mach es selbst“-Initiativen. Das Projekt wird aus Mitteln des EU- Fonds für regionale Entwicklung mitfinanziert.

Anschließend an den „Tag der offenen Tür“ diskutierte noch ein hochrangiges Fachpublikum, darunter der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol, Eugen Stark, über die Auswirkungen der Digitalisierung. Die Vorteile der gar nicht mehr so neuen Technologie waren unbestritten, kritische Beobachtungen fanden aber ebenfalls Einzug in das Gespräch der Expertenrunde, das allerdings von keinem einzigen Zuhörer verfolgt wurde. (hni)


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