Schwazer Weltladen mehr als nur ein Geschäft

Der Schwazer Weltladen ist unter neuer Führung und schafft Bewusstseinsbildung. Denn die Kunden stolpern nicht einfach so ins Geschäft.

Sandra Klausner, Kerstin Ines Maas und Viktoria Gruber (v. l.) engagieren sich mit viel Herz für den Schwazer Weltladen.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Es ist ein Laden mit Charme. Betrieben von einem Verein. In jedem Produkt steckt viel Herz. Aber auch Recherche: Woher kommt es, unter welchen Bedingungen wurde es produziert, was steckt alles drin und vieles mehr. Denn der Schwazer Weltladen setzt vor allem auf Fairness.

Doch damit alleine könnte der Weltladen in der Schwazer Innenstadt nicht überleben. Denn die Kunden stolpern nicht einfach so ins Geschäft. „Die Lage in der Innsbruckerstraße ist schwierig. Die Lauffrequenz ist sehr gering. Wir haben auch keine große Gewinnspanne auf den Produkten“, erklärt Sandra Klausner. Ein anderer Standort, etwa nur fünf Gehminunten entfernt, in der Franz-Josef-Straße ist aber kaum machbar. Es sei bisher immer an der Finanzierung gescheitert.

Die Stammkunden sind ein wichtiger Teil. Doch davon alleine könne man nicht leben. Daher hat der Verein vor allem in Sachen Bewusstseinsbildung in der Stadt viel getan. Das Angebot reicht von Vorträgen in Schulen, Projekte mit Jugendlichen, wie etwa den Fairomaten mit Snacks vom Weltladen, oder Filmabenden im Museum der Völker. Dort kam auch die Koopertaion mit dem Verein Speisekammer für ein nachhaltiges Frühstück bei den Schwazern gut an. „Eine faire Zusammenarbeit in der Stadt ist wichtig. Und gerade in den Schulen ist es wichtig, dass man die jungen Leute zum Nachdenken anregt, wie etwas produziert wird, wie die dortigen Arbeitsbedingungen aussehen“, sagt StR und Vereinsobfrau Viktoria Gruber.

Nach sechseinhalb Jahren als Geschäftsführerin will sich Klausner beruflich neu orientieren, vielleicht auch etwas kürzer zu treten. Denn als Chefin hat man im Weltladen alle Hände voll zu tun. „Das ist kein Job, sondern eine Aufgabe“, sagt sie. Die Bildungsarbeit möchte sie im Verein aber weiterhin ausführen. „Das Interesse der Schulen ist groß geworden. Man merkt bei den jungen Leuten auch ein Umdenken und, dass sie viel offener und interessierter ans Thema herangehen“, sagt Klausner.

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Aus einigen Bewerbern wurde Kerstin Ines Maas als neue Geschäftsführerin ausgewählt. „Für mich ist es eine spannende Aufgabe und Herausforderung“, sagt die Achenkircherin. Ihr sei klar, dass die Lage des Ladens nicht die Beste sei, aber die Zahlen seien stabil und sie wolle versuchen, dass sich die Betriebe in der Schwazer Innenstadt künftig auch gegenseitig mehr unterstützen. Etwas Bauchweh hat Maas, wenn sie an die künftige Baustelle am Raika Quartier denkt. Vor allem der Verkehr könne zu einem Problem werden.


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