Weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen in Österreich

In Österreich sind mit Stand Dienstagmittag 24 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 aufgetreten. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in Wien bekannt. Die jüngsten drei Fälle traten in Wien in jener Kanzlei des erkranktem Juristen auf. Zuvor waren zwei weitere Fälle in Wien und einer in Niederösterreich bekannt geworden. Fiebertests am Flughafen Wien wurde wieder aufgenommen.

Bei den drei Fällen in Wien handelt es sich um ein Paar, das nach einem Italien-Aufenthalt in die Bundeshauptstadt zurückgekehrt sei und eine Praktikantin am Wiener Landesgericht. Das Paar meldete sich jetzt bei den Behörden, sagte Andreas Huber, Sprecher des Wiener Krisenstabs in Sachen SARS-CoV-2. „Das Paar ist vorige Woche in Italien auf Urlaub gewesen“, berichtete Huber. Wo genau, blieb vorerst unklar.

Die Betroffenen hätten sich nunmehr gemeldet und seien vom Ärztefunkdienst wie vorgesehen zuhause untersucht worden. Die Proben hätten bei beiden einen positiven Befund ergeben, worauf „beide mit leichterer Symptomatik in häusliche Absonderung an ihrer Wohnadresse“ genommen worden seien.

Den Fall am Wiener Landesgericht bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn der APA. Die Praktikantin trat am Montag den Dienst im Grauen Haus an und erfuhr am Montagabend von einem positiven Test auf den Sars-CoV-2-Erreger. Laut Salzborn zeigt die junge Juristin keine Symptome: „Weder hustet sie noch weist sie sonstige Anzeichen auf eine Erkrankung auf.“

Bevor sie als Praktikantin dem Landesgericht zugeteilt wurde, soll die Betroffene als studentische Mitarbeiterin in der Kanzlei jenes Anwalts gearbeitet haben, der als der am schwersten erkrankte heimische Covid-19-Patient gilt. Der Jurist befindet sich seit längerem im Kaiser-Franz-Josef-Spital, er ist nicht ansprechbar. In der Kanzlei wurden zwei weitere positive Fälle bestätigt.

Die Praktikantin hatte sich privat auf eine mögliche Coronavirus-Infektion testen lassen. Nach Informationen der APA hatte die Anwaltskanzlei, an der die Frau als studentische Mitarbeiterin tätig war, vorsorglich alle Mitarbeiter testen lassen, nachdem der schwerst an Covid 19 erkrankte Anwalt ins Kaiser-Franz-Josefspital überstellt wurde. Dienstagfrüh gab die junge Juristin dem Landesgericht ihre Erkrankung bekannt. Daraufhin wurde sie aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Eine Kollegin, die am Montag längeren Kontakt mit der jungen Frau hatte, wurde heimgeschickt. Vorsorglich wurde eine Hauptverhandlung abberaumt - die Betroffene hatte am Montag Kontakt zu einem Verfahrensbeteiligten gehabt. Die Betroffene befindet sich derzeit in Heimquarantäne, der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) entscheidet über das weitere Vorgehen.

Bei jenem neuen Fall in Niederösterreich handle sich um eine Frau, bei der die Erkrankung einen leichten Verlauf nehme, sagte Detlev Polay, Sprecher des Einsatzstabs im Innenministerium. Die Patientin sei mit zwei weiteren Familienmitgliedern in Heimquarantäne. Die Betroffene aus dem Bezirk Korneuburg hatte Kontakt mit einer schon vor einigen Tagen als infiziert ermittelten Person gehabt.

Die Anzahl der Anrufe bei den Informations-Hotlines zu SARS-CoV-2 ist weiter hoch, berichtete Polay weiters. Allein im Callcenter des Innenministeriums, das die Hotline der AGES unterstützt, seien bisher 3.540 Anrufe eingegangen, bei der AGES sogar „mindestens das Doppelte“.

Bei den rund 350 Menschen in Quarantäne befindlichen Menschen handelt es sich meist um Personen, die engen Kontakt mit am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten und als Vorsichtsmaßnahme auf behördliche Anweisung abgesondert wurden, hatte es am Montag vom Einsatzstab im Innenministerium geheißen. „Ich appelliere daran, die Geduld zu haben. Wir haben eine Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen. Unser Grundkonzept ist die Ausbreitung auf Basis des jeweiligen Erkrankungsfalles und des Umfelds zu unterbinden“, sagte der Minister vor dem Gesundheitsausschuss. Er habe den Eindruck, dass die meisten Betroffenen geduldig seien.

Fiebertests wurde auf dem Flughafen Wien in Schwechat wurden am Dienstag wieder aufgenommen. Gescannt werden Passagiere von Direktverbindungen aus dem Iran und Südkorea, teilte die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner mit. Jeder Fluggast werde auch eine Aussteigekarte (Passenger Locator Card) mit entsprechenden Angaben ausfüllen müssen. Bereits im Februar waren Fiebertests bei Passagieren auf Direktflügen aus China respektive Peking durchgeführt worden. Nachdem die Flüge von Air China eingestellt wurden, gab es zuletzt keine Kontrollen der niederösterreichischen Sanitätsdirektion.


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