Weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen in Österreich

In Österreich sind mit Stand Dienstagmittag 24 bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2 aufgetreten. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in Wien bekannt. Im Unternehmen des schwer erkrankten Wiener Juristen gab es drei weitere bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Sars-CoV-2. Das gab die Kanzlei bekannt. Fiebertests am Flughafen Wien wurde unterdessen wieder aufgenommen.

Nachdem fest stand, dass der Anwalt sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert hatte - der Betroffene liegt seit längerem im Kaiser-Franz-Josefspital - wurden von den Kanzlei alle Mitarbeiter privat von einem deutschen virologischen Institut auf das Coronavirus getestet. „Es gab keine Anordnung der Behörden zur Durchtestung“, sagte Barbara Fürchtegott, Sprecherin der Kanzlei Wolf Theiss im Gespräch mit der APA. Es habe sich um eine „Eigeninitiative“ gehandelt, um die besorgten Mitarbeiter zu beruhigen, die offenbar befürchteten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Die drei Neuerkrankten wurden nach Bekanntwerden ihrer Erkrankung auch von den Behörden untersucht und vom Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) in häusliche Absonderung geschickt. „Diese drei Mitarbeiter zeigen keine Symptome einer Erkrankung und wurden sofort in häusliche Quarantäne gestellt“, hieß es.

Eine der Betroffenen hatte am vergangenen Montag als Praktikantin am Wiener Landesgericht für Strafsachen begonnen. Ob die beiden anderen am Montag noch in der Kanzlei waren, war vorerst unklar. Alle drei waren am Dienstag zu Hause geblieben. „Die behördliche Prüfung wurde eingeleitet und Abstriche genommen“, sagte Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien. Zuvor hatten die Behörden mehrfach betont, dass die Kanzlei „nicht im Gefährdungsradius“ sei.

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Der Jurist wurde bereits zehn Tage stationär als Grippekranker im Spital behandelt, ehe er vergangene Woche auf das Coronavirus getestet wurde. Er befindet sich im Kaiser-Franz-Josef-Spital auf der Intensivstation und ist nicht ansprechbar.

Zuvor waren ebenfalls in Wien zwei Fälle bekannt geworden. Es handelt sich um ein Paar, das nach einem Italien-Aufenthalt in die Bundeshauptstadt zurückgehrt war. Die beiden meldeten sich jetzt bei den Behörden, sagte Huber. „Das Paar ist vorige Woche in Italien auf Urlaub gewesen“, berichtete Huber. Wo genau, blieb vorerst unklar.

Auch in Niederösterreich wurde ein neuer Fall gemeldet. Es handle sich um eine Frau, bei der die Erkrankung einen leichten Verlauf nehme, sagte Detlev Polay, Sprecher des Einsatzstabs im Innenministerium. Die Patientin sei mit zwei weiteren Familienmitgliedern in Heimquarantäne. Die Betroffene aus dem Bezirk Korneuburg hatte Kontakt mit einer schon vor einigen Tagen als infiziert ermittelten Person gehabt.

Die Anzahl der Anrufe bei den Informations-Hotlines zu SARS-CoV-2 ist weiter hoch, berichtete Polay weiters. Allein im Callcenter des Innenministeriums, das die Hotline der AGES unterstützt, seien bisher 3.540 Anrufe eingegangen, bei der AGES sogar „mindestens das Doppelte“.

Bei den rund 350 Menschen in Quarantäne befindlichen Menschen handelt es sich meist um Personen, die engen Kontakt mit am neuartigen Coronavirus Erkrankten hatten und als Vorsichtsmaßnahme auf behördliche Anweisung abgesondert wurden, hatte es am Montag vom Einsatzstab im Innenministerium geheißen. „Ich appelliere daran, die Geduld zu haben. Wir haben eine Inkubationszeit von bis zu zwei Wochen. Unser Grundkonzept ist die Ausbreitung auf Basis des jeweiligen Erkrankungsfalles und des Umfelds zu unterbinden“, sagte der Minister vor dem Gesundheitsausschuss. Er habe den Eindruck, dass die meisten Betroffenen geduldig seien.

Fiebertests wurde auf dem Flughafen Wien in Schwechat wurden am Dienstag wieder aufgenommen. Gescannt werden Passagiere von Direktverbindungen aus dem Iran und Südkorea, teilte die niederösterreichische Landessanitätsdirektorin Irmgard Lechner mit. Jeder Fluggast werde auch eine Aussteigekarte (Passenger Locator Card) mit entsprechenden Angaben ausfüllen müssen. Bereits im Februar waren Fiebertests bei Passagieren auf Direktflügen aus China respektive Peking durchgeführt worden. Nachdem die Flüge von Air China eingestellt wurden, gab es zuletzt keine Kontrollen der niederösterreichischen Sanitätsdirektion.


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