Scheibenaufwurf ins Play-off der EBEL

In der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) beginnt am Mittwoch die „fünfte Jahreszeit“. Nachdem die drei bestplatzierten Teams nach der Zwischenrunde ihre Gegner wählten, geht es im Play-off-Viertelfinale (best-of-seven) im K.o.-Modus weiter. Nicht alle Duelle haben klare Favoriten.

Nicht immer ist die Ausgangslage so klar, wie sie vor dem Vergleich zwischen Red Bull Salzburg und VSV scheint. Es trifft der Grunddurchgangssieger auf den Sechsten, der konstante Tabellenführer auf ein Team, das erst vor einem Monat seinen Trainer vor die Tür setzte. Seit dem Bestehen der EBEL gab es dieses Duell in den Play-offs bereits fünf Mal, nur 2005/06 konnten die „Adler“ die „Bullen“ im damaligen Finale (4:2) überflügeln.

Aber schon in der ersten Saisonphase setzten sich die Salzburger zwar in drei von vier Fällen, aber nie mit mehr als einem Tor durch. Kärntner Mannschaften gelten im Play-off als unberechenbar. Thomas Raffl will vorbereitet sein: „Wir kennen die Villacher sehr gut, haben uns bestens auf sie eingestellt und werden uns nicht überraschen lassen“, versprach der aus Villach stammende Kapitän der Salzburger. Matt McIlvane (34) führt erstmals ein Team als Headcoach in ein Play-off: „Keine Frage, das ist alles sehr aufregend“, sagte der US-Amerikaner. „Jetzt kommt eine neue Herausforderung auf uns zu, auf die wir uns sehr freuen.“

Die erst seit einem Monat vom ehemaligen Linz-Meistermacher Rob Daum betreuten Villacher wollen sich nach Kräften wehren. Co-Trainer Marco Pewal hat selbst sieben Jahre lang in Salzburg gespielt und sagt: „Das Team, das bereit ist, über die Grenzen zu gehen, wird am Ende als Sieger das Eis verlassen. Das bedeutet, wir müssen Schüsse blocken, vors Tor gehen und die Salzburger mit viel Herz, Leidenschaft und gesunder Härte nie zur Entfaltung kommen lassen.“

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Die Vienna Capitals hatten zuletzt laut General Manager Franz Kalla einen „kleinen Hänger“ (vier Niederlagen in acht Pick-Round-Spielen). „Aber besser jetzt als in den Play-offs“. Der Finalist des Vorjahres (2:4 gegen KAC) wählte mit den Graz99ers einen unberechenbaren Gegner aus. „Für uns spricht, dass wir auch mit kleinerem Kader in dieser Spielzeit immer knappe Spiele gegen Wien hatten (Saisonbilanz 3:3, Anm.), jetzt sind wir aber endlich vollzählig“, erklärte Graz-Stürmer Daniel Oberkofler in einem Talk der „Kleinen Zeitung“. „Ich sage, wir kommen in sieben Spielen weiter.“ Caps-Trainerveteran Dave Cameron glaubt den Schlüssel zu kennen: „Jenes Team, das in einer Serie härter auftritt und länger durchhält, wird als Sieger vom Eis gehen.“

Die Black Wings Linz waren jenes Team, dem die Top drei tunlichst aus dem Weg gingen. Als Vierter der Platzierungsrunde erhält Titelverteidiger KAC die ‚Ehre‘. Die Klagenfurter verloren drei der vier Saison-Vergleiche mit den Linzern. „Jeder will den Champion stürzen“, sah Linz-Trainer Tom Rowe zudem wenig Bedarf an Extra-Motivation. Die beiden Teams standen sich schon viermal im Play-off gegenüber. Der Sieger des Duells holte danach stets den Titel (KAC 2009, 2013; Linz 2003, 2012). KAC-Stürmer Manuel Ganahl forderte, den „Kampflevel vom ersten Scheibenaufwurf an auf die höchste Stufe“ anzuheben.

HCB Südtirol durfte erstmals als Nummer eins wählen und nahm sich Znojmo als Gegner. Die Distanz von über 650 Kilometern zwischen Bozen und Znaim schreckte den Zwischenrunden-Sieger nicht, die Südtiroler entschieden heuer alle vier Duelle mit Znojmo für sich. Seine Siegesserie (sieben Spiele) und die Statistik gibt dem Meister von 2018 Rückenwind: Der Erste vor dem Play-off hat seit Bestehen des Pick-Modus (heuer achtes Jahr) immer das Halbfinale erreicht.

Mit Ausnahme von Entscheidungsspielen wird ab der zweiten Verlängerung 3-gegen-3 statt mit jeweils fünf Spielern gespielt. Marathon-Matches dürften damit der Vergangenheit angehören. Spätestens am 16. April steht der Meister fest.


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