Favorit Bayern und Viertligist Saarbrücken im Cup-Halbfinale

Nach der Sensation durch Viertligist Saarbrücken hat auch Titelverteidiger Bayern München mit ÖFB-Star David Alaba den Sprung ins Halbfinale des deutschen Fußball-Cups geschafft. Die Münchner feierten am Dienstagabend dank eines Tors von Joshua Kimmich (40.) einen 1:0-Sieg beim FC Schalke 04, der nun schon seit 387 Minuten ohne Torerfolg in Pflichtspielen ist.

Die Bayern setzten dagegen ihren Zu-Null-Siegeszug in Auswärtsmatches nach dem 3:0 im Champions-League-Achtelfinalhinspiel in London gegen Chelsea sowie dem 6:0 in der Liga bei Hoffenheim fort und hielten damit Kurs auf das neuerliche Double. Alaba spielte bei den Gäste erneut als Abwehrchef durch, bei Schalke waren die ÖFB-Legionäre Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf über die volle Distanz im Einsatz. Im Finish wurde dann auch noch Österreichs Teamstürmer Michael Gregoritsch (87.) eingewechselt.

Schöpf hatte in der fünften Minute die erste gute Chance im Spiel, sein Schlenzer zischte aber um Zentimeter am langen Eck vorbei. Burgstaller scheiterte dann mit einem sehenswerten Volley in Seitenlage an der Latte (12.) und jubelte schließlich schon über die Führung. Doch nach Videobeweis wurde der Treffer des Schalke-Kapitäns zurecht wegen Abseitsstellung aberkannt (20.).

Danach kamen die Bayern besser ins Spiel und nach einem Eckball von Philippe Coutinho zum Tor. Diesen köpfelte Burgstaller an die Strafraumgrenze, wo Kimmich lauerte und perfekt abschloss (40.). Nach dem Wechsel dominierten die Bayern weiter, wodurch Schalke teilweise zu Kontern kam, diese aber nicht konsequent zu Ende spielte.

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Bereits vor dem Schlager hatte Saarbrücken Historisches erreicht: Der Tabellenführer der Regionalliga Südwest zog als erster Viertligist ins Halbfinale ein. Der Außenseiter, der bereits in der zweiten Runde mit einem 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Köln einen Bundesligisten ausgeschaltet hatte, setzte sich vor eigenem Publikum gegen Fortuna Düsseldorf mit 7:6 im Elfmeterschießen durch. Großer Matchwinner war Tormann Daniel Batz.

Der 29-Jährige parierte insgesamt fünf Elfmeter, den ersten bereits in der 83. Minute, die folgenden vier dann im Shootout, in dem auch ÖFB-Legionär Kevin Stöger am „Elfer-Killer“ scheiterte. Sein Landsmann Markus Suttner, der ebenfalls beim Bundesliga-16. durchspielte, behielt dagegen die Nerven vom Punkt und traf.

Tobias Jänicke hatte Saarbrücken schon in der 31. Minute in Führung gebracht. Und als Batz auch noch einen Foulelfer von Rouwen Hennings per Handabwehr an die Stange lenkte (83.), schien die Cup-Sensation bereits perfekt. Doch Mathias Jörgensen traf nach Kopfball-Assist seines aufgerückten Schlussmannes Florian Kastenmeier in der 90. Minute noch zum Ausgleich. Da in der folgenden 30-minütigen Verlängerung kein Tor fiel, musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden.

Und dieses entwickelte sich zu einem Krimi, der nichts für schwache Nerven war: Nach zwei gehaltenen Strafstößen von Kastenmeier hatte Stöger als fünfter Düsseldorf-Schütze bereits den Aufstieg für den Bundesligisten auf dem Fuß, doch Batz erriet die Ecke und lenkte den Ball wieder an die Stange. Schon beim nächsten Versuch der Gäste war er erneut gefordert, da unmittelbar zuvor sein Teamkollege Stephan Andrist den Ball in die Wolken gejagt hatte. Und auch beim letzten Versuch von Jörgensen erriet Batz neuerlich die Ecke.


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