„Geschiebefalle light“ und Fischstiege als Lösung in Tarrenz

Bis zum Herbst soll das Projekt für den Gaulwerk-Stausee in Tarrenz ausgearbeitet sein. Die Maßnahmen kosten mindestens 1,5 Mio. Euro.

Die Staumauer des Gaulwerkes soll letztlich abgesenkt werden.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst, Tarrenz – „Die Entwicklung ist auf Schiene“, ist der Imster GR Christian Linser erleichtert. Der Obmann des Verwaltungsausschusses, der in erster Linie die Agenden der Stadtwerke unter sich hat, spricht von den Lösungsansätzen am Stausee des Gaulwerkes in Tarrenz: Zum einen geht es um eine Geschiebefalle, zum anderen um eine Fischstiege.

Das Biotop dahinter aber an sich erhalten bleiben.
© Paschinger

„Jetzt wird einmal geplant – im Spätsommer werden wir ein Projekt einreichen“, so Stadtwerkedirektor Thomas Huber. 100.000 Euro haben die Stadtwerke heuer für diese Untersuchungen budgetiert: „Bis alle Gutachten – von Fischerei über Vögel – vorliegen.“ Und für den Tarrenzer Bürgermeister Rudolf Köll „ist es erfreulich, dass durch unsere Beharrlichkeit Bewegung in die Sache gekommen ist.“

In den vergangenen Jahren sorgten die Überschwemmungen im Rückstau, die sowohl das Erlebnismuseum Knappenwelt als auch den Gastronomiebetrieb „Happis Hütte“ schwer beeinträchtigten, für Schlagzeilen. Schuld an der Situation ist das Geschiebe, das lange nicht ausgebaggert worden war und letztlich ein Biotop entstehen ließ. Damit war es nicht mehr bloß eine wasserrechtliche Angelegenheit, sondern auch eine Frage des Natur- und Landschaftsschutzes. Was Geschiebeentnahmen zu einem komplizierten Vorhaben machte.

Erst kürzlich habe man wieder um eine Geschiebeentnahme angesucht, so Huber. „Wenn das im April passiert, ist viel geschehen“, sagt BM Köll. Ansonsten müsse man das im Herbst wiederholen.

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Was die Lösung des Problems an sich betrifft, meint Huber: „Wir haben eine Variantenstudie erstellt – was wir jetzt ins Auge fassen, ist eine Mischkulanz.“ Es sei einfach schwierig, alle berechtigten Interessen unter einen Hut zu bringen, ergänzt Linser.

Vorgesehen ist die Umstellung von einem Stau- zu einem Laufkraftwerk. Dazu wird die Wasserfassung bis zur Pigerbrücke zurückversetzt, um das nötige Gefälle zu erreichen. Dort sollte dann auch eine „Geschiebefalle light“ eingerichtet werden, die auch zur Entnahme dient. An der derzeitigen Staumauer, deren Höhe reduziert werden soll, wird außerdem eine Fischstiege installiert.

„1,5 Millionen Euro ist unsere unterste Schätzung für die Kosten der Maßnahmen“, erklärt der Stadtwerkedirektor. Denn es gibt auch noch einige Risiken, wie etwa den Untergrund, die derzeit noch nicht abschätzbar sind.


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