Türkische Soldaten in nordsyrischer Provinz Idlib getötet

In der nordsyrischen Provinz Idlib sind zwei weitere türkische Soldaten getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Ankara machte am Mittwoch syrische Truppen für den Beschuss verantwortlich. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden, hieß es. Das türkische Militär habe „sofort“ zurückgefeuert. Laut einem Bericht sollen weite Teile von Idlib unbewohnbar sein.

Innerhalb einer Woche sind damit mindestens 37 türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei hatte eine Offensive in Idlib gestartet, nachdem am Donnerstag bei einem Luftangriff in der Region um die Stadt Idlib mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden waren. Ankara machte die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich.

Die türkische Armee wiederum tötete laut der oppositionsnahen Syrischen „Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Freitag und Samstag mindestens 74 syrische Soldaten sowie 14 Kämpfer von pro-iranischen Gruppen wie der Hisbollah, die mit der syrischen Armee verbündet sind.

Schon zuvor war es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen türkischen und syrischen Soldaten gekommen. Seit Anfang Februar wurden mindestens 56 türkische Soldaten in Idlib getötet.

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Die türkische Armee unterstützt in der Region Rebellen, darunter islamistische Gruppen, und hat dort mehrere Beobachtungsposten errichtet. Der syrische Präsident Bashar al-Assad wird von Russland unterstützt.

Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg in Syrien. Im vergangenen Jahr hatte die syrische Regierung mit Unterstützung Russlands eine Militäroffensive in der Region begonnen. Hunderttausende sind auf der Flucht.

Durch die Gewalt wurden nach UNO-Angaben seit Dezember fast eine Million Menschen vertrieben. Durch die Kämpfe im Nordwesten Syriens sind weite Teile der Region unbewohnbar geworden. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Humanitarian Initiative der Harvard-Universität sowie der Hilfsorganisationen Save the Children und World Vision hervor. Knapp ein Drittel der Gebäude zweier Frontstädte in der umkämpften Region Idlib seien beschädigt oder zerstört worden. Eine Rückkehr der Bewohner sei damit nahezu unmöglich, hieß es in einer Mitteilung zu dem Bericht.


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