Griechische Grenzschützer erschossen Flüchtling

Griechische Grenzschützer haben nach türkischen Angaben einen Flüchtling beim versuchten Grenzübertritt durch Schüsse getötet. Sechs Flüchtlinge seien durch Schüsse „mit scharfer Munition“ verletzt worden, teilte das Gouverneursamt der türkischen Region Edirne am Mittwoch mit. Ein Mann sei seinen Verletzungen erlegen. Zuvor setzten die Grenzschützer schon Tränengas gegen Flüchtlinge ein.

Berichte über erschossene Migranten hat es bereits am Montag gegeben. In sozialen Medien kursierten Videos, die einen angeblich von einem griechischen Soldaten erschossenen Migranten zeigen sollen. Die Regierung in Athen wies die Darstellung damals zurück. Das Video sei „fake news“, twitterte ein griechischer Regierungssprecher. Seit der Öffnung der türkischen Grenze zu Griechenland Ende vergangener Woche versuchen tausende Flüchtlinge, in die EU zu gelangen.

Bereits in der Früh gab es an der griechisch-türkischen Grenze im Nordosten Griechenlands Unruhen. Fernsehbilder zeigten von der griechischen Seite aus, wie hinter dem Grenzzaun Hunderte Menschen nach einem Durchkommen suchten. Die griechische Polizei setzte Tränengas ein, von Seiten der Migranten wurden solche Geschoße über den Zaun geworfen.

Griechische Sicherheitskräfte hatten immer wieder gesagt, dass Migranten auf der türkischen Seite mit Tränengas ausgestattet seien. Der griechische Sender Skai berichtete, auf der türkischen Seite warteten rund 12.500 Menschen auf die Möglichkeit, die Grenze zu überwinden.

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Athen setzt inzwischen seine Entscheidung in die Tat um, Asylanträge neuer Flüchtlinge nicht zu bearbeiten und sie so schnell wie möglich auszuweisen. Am Mittwoch wurde auf der Insel Lesbos ein Schiff der griechischen Kriegsmarine erwartet. Es soll rund 400 ab dem 1. März angekommene Migranten an Bord nehmen und in Folge in ihre Herkunftsländer ausweisen.

Zunächst sollen die Migranten aber an Bord bleiben. Danach sollen sie - zu einem späteren Zeitpunkt - in ein geschlossenes Camp auf dem Festland gebracht werden. Anschließend sollen sie in ihre Herkunftsländer ausgewiesen werden. Dies bestätigte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Auch auf anderen Inseln im Osten der Ägäis wurden die neuen Migranten zwecks Ausweisung festgehalten.

Nach der Öffnung der türkischen Grenzen am 29. Februar hatten allein vergangenes Wochenende mehr als 900 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos sowie kleineren Eilanden übergesetzt. Am Montag waren mehr als 600 Menschen hinzugekommen, wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte. Wegen stürmischer Winde seien in der Nacht zum Mittwoch keine Migranten auf Lesbos angekommen, teilte ein Offizier der Küstenwache auf Lesbos mit.

Unbekannte verbreiten immer wieder Gerüchte, wonach Schiffe alle Migranten aus Lesbos zum Festland bringen sollen. Am Dienstagnachmittag verdrängte die Polizei Hunderte Migranten aus dem Hafen der Inselhauptstadt Mytilini. Sie hatten den Gerüchten geglaubt und waren mit ihren Kindern zum Hafen gekommen. Auf Lesbos leben derzeit nach Angaben des griechischen Staates mehr als 20.000 Flüchtlinge und Migranten.

Wegen möglicher gesteigerter Flüchtlingsankünfte an der Grenze zu Griechenland hob Nordmazedonien seine Truppenpräsenz in der Grenzregion stark an. Die Zahl der Sicherheitskräfte sei vor zwei Tagen auf das zehn- bis 15-fache erhöht worden, berichteten Medien in Skopje nach einem Besuch von Präsident Stevo Pendarovski im grenznahen Ort Gevgelija am Dienstag.

Absolute Zahlen wurden keine genannt. Die nordmazedonische Behörden haben bisher keinen Anstieg der Flüchtlingszahlen festgestellt. Das Rote Kreuz Nordmazedoniens hat im Vorjahr insgesamt 37.000 Flüchtlingen Hilfe geleistet.

Die Behörden in Skopje seien in ständigem Kontakt mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex, berichteten Medien am Mittwoch unter dem Hinweis, dass bereits eine Verlängerung des Mandates der Frontex-Beamten an der nordmazedonisch-griechischen Grenze beantragt worden sei. Die Regierung hat zudem beschlossen, an die Staaten, die bereits Polizisten an der Grenze Nordmazedoniens zu Griechenland im Einsatz haben, zu appellieren, deren Zahl aufzustocken, um im Falle eines größeren Flüchtlingsandranges die nordmazedonische Polizei und Streitkräfte zu unterstützen, hieß es in einer Aussendung der Regierung.


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