Moderater Anstieg bestätigter CoV-Infektionen in Österreich

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in Österreich steigt weiter moderat. Mit Stand Mittwoch, 9.00 Uhr, waren es 27 und damit um drei mehr als am Abend zuvor. Das teilte das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage mit. Demnach wurden bisher 3.138 Tests durchgeführt. Zwei der Fälle betrafen Niederösterreich, der dritte Wien.

Bei dem Wiener Fall handelt es sich um eine Frau, die nach einem Aufenthalt in Italien positiv getestet wurde. Das teilte Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabes der Stadt Wien, am Mittwochvormittag der APA mit. Es handle sich nicht um einen schweren Fall. Die Frau werde wohl unter häusliche Quarantäne gestellt.

Auch bei den beiden neu dazugekommenen Infektionen in Niederösterreich handelt es sich um Frauen aus dem Bezirk Korneuburg, die in häusliche Quarantäne kamen. Die Erkrankten seien Kontaktpersonen eines schon zuvor bestätigten Falles, wurde betont. Auch alle drei bisher in Niederösterreich als infiziert erfassten Personen stammen aus dem Bezirk Korneuburg.

Insgesamt wurden im Bundesland bisher 333 Personen auf SARS-CoV-2-Erreger getestet. Neben den fünf positiven lagen 306 negative Ergebnisse vor, 22 waren Mittwochmittag offen.

Unterdessen wurden weitere Details zu den bestätigten Fällen in einer Wiener Anwaltskanzlei bekannt. Ein schwer am neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankter Anwalt, der seit mehreren Tagen im Krankenhaus liegt, dürfte nicht der Verursacher der weiteren drei Infektionen in seiner Kanzlei sein. Betroffen sind zwei Anwälte und eine junge Juristin, die mittlerweile als Rechtspraktikantin dem Landesgericht für Strafsachen zugeteilt ist. Nun wird nach dem Auslöser der Infektionskette gesucht.

Seitens des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) hieß es am Mittwoch, keine der drei neuerkrankten Personen - allesamt zeigen einen asymptomatischen bzw. leichten Verlauf und befinden sich in häuslicher Quarantäne - habe Kontakt zu dem älteren Anwalt gehabt, der seit längerem im Kaiser-Franz-Josefspital behandelt wird und der nicht ansprechbar ist. Die Behörden gehen daher davon aus, dass sich die vier Juristen entweder bei einem externen Krankheitsträger infiziert haben oder der Verursacher ein weiterer Kanzleimitarbeiter ist, dessen Erkrankung mit dem Coronavirus inzwischen wieder ausgeheilt ist. Denn abgesehen von den drei positiven Proben gibt es vorerst keine weitere bestätigte Erkrankung in der betroffenen Kanzlei Wolf Theiss.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigte sich unterdessen über die Informationsoffensive zum neuartigen Coronavirus zufrieden. Diese zeige ihre Wirkung in der Bevölkerung. „Niemand kommt mehr in eine Spitalsambulanz und sagt, ich habe Symptome“, sagte Anschober. „Man wartet zu Hause, genauso wie wir das geplant haben.“ Damit sollen weitere Ansteckungen verhindert werden.

Das System sei bei den Bürgern angekommen, sagte der Minister. Geschuldet sei das den beiden Informations-Hotlines, die gut angenommen werden. Die AGES-Hotline, wo es um allgemeine Fragen zum Coronavirus geht, hat rund 5.000 Anrufe pro Tag. Die Gesundheits-Hotline 1450 wird täglich 3.000 Mal kontaktiert.

Unterdessen hat die Regierung für besonders stark betroffene Unternehmen ein kurzfristiges Maßnahmenpaket geschnürt - dazu gehören Kreditgarantien im Ausmaß von zehn Millionen Euro und wenn nötig auch Kurzarbeit in Betrieben. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch an. „In Österreich, und das ist die gute Nachricht, gibt es derzeit keinen Grund zur Verunsicherung“, sagte Kurz nach einem Treffen der zuständigen Minister mit Vertretern der Sozialpartner.

Kurzfristig werde die Krise Österreichs Wirtschaftswachstum um 0,1 Prozentpunkte dämpfen, aber selbst dann werde man ein Wachstum von über einem Prozent haben, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Einige Betriebe, Branchen und Regionen seien aber stärker betroffen. Dazu gehören die Transport- und die Tourismusbranche sowie jene, die besonders viel Handel mit Italien treiben. Das Exportvolumen nach Italien betrage rund zehn Milliarden Euro, davon kämen drei Milliarden Euro allein aus Kärnten, berichtete Mahrer.


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