Vor Weltfrauentag: „Frauen sollen zu sich und ihren Fähigkeiten stehen“

Über 42.000 Frauen leben im Bezirk Schwaz. Vielseitig, engagiert und stark können sie viel bewegen. Ein Blick auf die weibliche Seite des Bezirks.

Symbolbild.
© dpa

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Das weibliche Herz schlägt schneller als das männliche. Frauen träumen seltener von der Arbeit als Männer. Österreicherinnen haben eine Lebenserwartung von etwa 84 Jahren. Fakten und Zahlen wie diese hört man derzeit viele. Denn am Sonntag wird wieder der Weltfrauentag zelebriert.

Doch was ist mit den Frauen im Bezirk Schwaz? Welche Zahlen, Daten, Fakten gibt es über sie? Ein Blick in verschiedene Bereiche zeigt, wie vielseitig, engagiert und tatkräftig die 42.227 Frauen im Bezirk sind. Er zeigt aber auch jene Lücken auf, in denen sie mehr vertreten sein dürften.

Im Bezirk leben 581 mehr Frauen als Männer. In der Politik merkt man davon aber nichts. Denn von 519 Mandataren in 39 Gemeinden sind nur 108 Frauen. Beim Amt der Bürgermeisterinnen sinkt die Zahl noch drastischer: Es gibt nur zwei von ihnen im Bezirk.

Zahlen und Fakten

  • In den zwei Bezirksgerichten arbeiten drei Richterinnen.
  • Mitarbeiter im BKH Schwaz sind zu 76 % weiblich ...
  • ... aber nur 30 % des ärztlichen Personals sind Frauen.
  • Von 4468 Mitgliedern der Feuerwehr sind nur 4 % Frauen.
  • 42.227 Frauen leben im Bezirk Schwaz.
  • 108 Gemeinderätinnen und zwei Bürgermeisterinnen.
  • Von 17 Führungspositionen in der BH Schwaz sind 6 in Frauenhand.
  • 20 % der Polizeibeamten sind weiblich.

Mehr Frauen als Männer arbeiten offensichtlich in öffentlichen Einrichtungen, wie etwa der Bezirkshauptmannschaft (89: 37), in den Betrieben der Stadtgemeinde Schwaz (133: 69) oder im Bezirkskrankenhaus (532: 139). Aber das Thema Führungsposition ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit. Die BH bietet 17 Posten für Personen in leitenden Funktionen. Davon sind nur sechs von Frauen besetzt. Bei der Stadtgemeinde ist das Verhältnis ausgewogen. Was wohl daran liegt, dass dazu auch die Leiterinnen der pädagogischen Einrichtungen zählen. Im BKH sind in allen Berufsgruppen – von der Verwaltung über den Sanitätshilfsdienst bis zum Pflegepersonal – deutlich mehr Frauen als Männer angestellt – wie auch im medizinisch technischen Bereich, wie der Radiologietechnologie oder im Labor, wo zu knapp 80 % Frauen arbeiten. Außer beim ärztlichen Personal: Hier liegt der Frauenanteil nur bei 30,09 %.

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Eine Männerdomäne scheint auch die Polizei zu sein. Nur 20 % aller Beamten sind Frauen. Bei den Bezirksgerichten ist es ausgewogener. In Schwaz sind neben zwei Männern auch zwei Richterinnen halbtags beschäftigt. In Zell herrscht auf den beiden Posten Gleichstand.

Die Freiwilligen des Roten Kreuzes in Schwaz bestehen zu knapp 41 % aus Frauen. Hingegen sind nur 4 % der Feuerwehrmitglieder weiblich. Auch bei der Bergrettung in Schwaz und Umgebung sind von etwa 36 Mitgliedern nur drei Frauen. „Das dürften gerne mehr sein“, sagt Obmann Fred Wallenta.

Mehr dürfte es für die Frauen auch in Sachen Einkommen sein. Denn laut Arbeiterkammer verdienen Frauen im Bezirk im Durchschnitt 26,7 % weniger als Männer. Im Vorjahr waren durchschnittlich 906 Frauen arbeitslos gemeldet. Laut AMS waren mehr Frauen als Männer mit höherem Bildungsgrad auf Jobsuche. Zudem suchten viele der arbeitslosen Frauen eine Teilzeitstelle – im Vergleich: 314 Frauen und 28 Männer.

Eine solche Stelle hat Stefanie Dornauer gefunden. Die junge Mama wünscht sich für den Weltfrauentag „die Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt“. Gleichberechtigung ist auch für Inge Fankhauser ein wichtiger Schritt, genauso wie: „Die Gewalt gegenüber Frauen muss sinken, und nicht ansteigen.“ Für die Bucher Bürgermeisterin Marion Wex wäre eine geregelte und günstigere Kinderbetreuung ein Grund, am Sonntag zu feiern. „Das würde den Frauen sehr helfen“, sagt Wex. Waltraud Streli hofft, dass Frauen untereinander solidarischer agieren. „Und ich wünsche mir, dass Frauen mehr zu sich stehen, zu ihren Fähigkeiten und Potenzialen, so wie jede ist“, sagt Streli.

Zehn Frauen und ihre Geschichten

Beeindruckende Frauen gibt es in der Stadt Schwaz viele. Zehn von ihnen erzählen anlässlich des Weltfrauentages aus ihrem Leben: Von der erfolgreichen Handballerin, über die in der Männerdomäne Bau und Architektur tätigen Stadtbaumeisterin bis hin zur 92-jährigen Schwazerin und ihrer Frauengeschichte.

„Da wird offen geredet, und wir freuen uns auf einen spannenden Austausch. Auch Männer sind willkommen“, sagt Frauenbeauftragte Elisabeth Stolz. Zu hören sind die starken Frauen heute Abend, 6. März, um 19 Uhr in der Aula des BRG Schwaz. Eintritt ist frei.


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