LASK will auch im Cup den Salzburg-Schreck geben

Der LASK könnte Salzburg im Halbfinale des ÖFB-Fußball-Cups den nächsten Nackenschlag verpassen. Von der Niederlage gegen die Linzer zum Frühjahresauftakt hat sich der Dominator der vergangenen Jahre noch nicht erholt. Vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen mit den Athletikern im Schlager am Donnerstagabend (20.45 Uhr/live ORF1) war in Salzburg Ursachenforschung angesagt.

Fünf Pflichtspiele ohne Sieg sind für Salzburger Verhältnisse eine sportliche Ewigkeit. Dreimal gingen die „Roten Bullen“ dabei als Verlierer vom Spielfeld. „Wann können wir endlich aus diesem Albtraum erwachen?“, stand nach der jüngsten Niederlage in Altach im offiziellen Spielbericht auf der Club-Homepage. Gegen einen taumelnden Titelverteidiger zieht der LASK aus, sich wieder als Salzburgs Schrecken zu präsentieren - und erstmals seit 1999 ins Cup-Finale vorzustoßen.

„Wir stehen vor der letzten Hürde zum Finale. Unsere Motivation, den Aufstieg zu schaffen, ist riesengroß“, sagte Valerien Ismael. Der Chefcoach der Linzer warnte aber. „Wir lassen uns nicht von den letzten Ergebnissen unseres Gegners blenden. Wir haben im direkten Duell im Februar gesehen, wie brutal stark Salzburg vor allem in den ersten 20 Minuten des Spiels agiert hat“, erinnerte der Franzose an den 14. Februar. Das 3:2 seines Teams in der Red-Bull-Arena beendete die stolze Heimserie der Salzburger in der Liga (53 Spiele ungeschlagen).

Seither haben die Mozartstädter nicht mehr in die Spur gefunden. Die Wochen danach verliefen höchst unterschiedlich für die Kontrahenten. Der LASK ist 2020 nicht nur ungeschlagen, sondern durfte Historisches bejubeln. In der Europa League gelang über Alkmaar hinweg der Sprung ins Achtelfinale.

Salzburgs Frühjahr prägen bisher Rückschläge. Vor allem defensiv präsentierte man sich anfällig. 1:4 in Frankfurt, 2:2 bei der Austria, 2:2 im Rückspiel gegen Frankfurt und 2:3 in Altach lauten die Ergebnisse. Zwei Gegentreffer waren Minimum pro Partie. Der LASK kassierte gegen Alkmaar, St. Pölten und Hartberg in Summe nur drei Tore.

Salzburg-Trainer Jesse Marsch wusste: „In unserer Lage brauchen wir ein Ergebnis.“ Der Amerikaner berichtete von guten Gesprächen mit seiner Mannschaft in den vergangenen Tagen. „Der LASK ist ein guter Gegner für uns jetzt, ein super Test. Wir haben großen Respekt. Wir können es schaffen, aber wir brauchen unsere beste Leistung“, sagte er. Die Bestleistung habe seine Elf freilich im Frühjahr noch nicht gezeigt. Marsch: „Es ist jetzt eine Herausforderung. Ich denke, dass die Mannschaft die Situation versteht. Es ist Zeit für uns, unser Glück zu erzwingen.“

Am Tag vor der Partie wollte Marsch das Wort Krise nicht in den Mund nehmen. Auch Andreas Ulmer zitierte Fußballweisheiten. „Jede Saison gibt es Phasen, wo es schwieriger ist. Die hat jede Mannschaft. Es ist wichtig, wie wir als Team damit umgehen und uns auf die nächsten Aufgaben fokussieren“, betonte der Teamspieler.

Den Zusammenhalt führte auch Marsch an, wobei der 46-Jährige durchblicken ließ, dass er sich mehr Willen erwartet. „Die Basis für unseren Erfolg war, das wir fleißiger und intensiver als der Gegner waren. Vielleicht haben wir in der Hinsicht ein bisschen nachgelassen. Es ist wichtig, sich immer alles gemeinsam zu erarbeiten.“

Bei Salzburg werden Maximilian Wöber und Zlatko Junuzovic wieder dabei sein. Das Duo hatte in Altach verletzungsbedingt passen müssen. Beim LASK kehrt Abwehrchef Gernot Trauner nach einer Rückenblessur zurück. Auch die am Wochenende geschonten Marko Raguz, Thomas Goiginger und Reinhold Ranftl dürfen in der Startelf erwartet werden. Salzburg will der LASK über das eingespielte Kollektiv biegen. „Für uns wird es darum gehen, bestimmte Dinge unter Kontrolle zu bekommen sowie extrem konzentriert in jeder Situation zu sein. Dabei müssen wir unsere Torchancen effektiver nützen“, meinte Ismael.

9.500 Karten waren bis Mittwochmittag verkauft. Der Sieger wird haushoher Favorit im Endspiel am 1. Mai im Klagenfurter Wörthersee-Stadion sein. Der LASK war zuletzt vor 21 Jahren im Cup im Finale, unterlag damals Sturm Graz im Elfmeterschießen. Salzburg holte seit 2013/14 fünf von sechs Cup-Trophäen, gewann somit 39 von 40 Partien. Nur im Finale 2018 war Sturm der Sieger.


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