Wandelbar: Der Renault streckt sich

Der französische Autohersteller macht mit einer wandelbaren Elektroautostudie, einer Elektrifizierungs-Offensive und zahlreichen Modellpflegen auf sich aufmerksam.

Entworfen vom Designteam Laurens van den Ackers: die wandelbare Elektroauto-Studie Morphoz.
© https://www.renault-presse.de

Wien – Ein Auto, das sich per Knopfdruck ausdehnen kann – diese Idee hatten kreative Köpfe bei Renault. Sie setzten sie um und fertigten das elektrisch funktionierende Concep­t Car Morphoz, das auf dem Genfer Autosalon Weltpremiere hätte feiern sollen. Im City-Modus misst das Auto 4,4 Meter in der Läng­e, im Travel-Modus ist das Fahrzeug 4,8 Meter lang.

Um die Veränderung über die Bühne zu bringen, muss der Morphoz eine eigene Station anfahren – dabei wird der Radstand von 2,73 auf 2,93 Meter verlängert, zudem vergrößert sich aus aerodynamischen Gründen der Vorderwagen. Mit der Verwandlung entsteht mehr Platz für die Insassen, für das Gepäck – und für den Lithium-Ionen-Speicher: Dessen Energiegehalt wächst von 40 auf 90 kWh. Die Reichweite würde damit laut Angaben des Herstellers auf bis zu 700 Kilometer (auf der Autobahn) anschwellen. Eine weitere Veränderung erfährt der Motor, dessen Leistung von 100 auf 160 kW steigt.

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„Der Morphoz kündigt die nächste Generation unserer Elektrofahrzeuge an“, erklärt Gilles Normand, der bei Re­nault für „Electric Vehicles & Mobility Services“ verantwortlich ist. „Die modulare Plattform CMF-EV steigert die elektrische Performance, der weite Radstand in Verbindung mit den weit außen positionierten Rädern bietet völlig neue Möglichkeiten beim Fahrzeugdesign und der großzügigen Raum­gestaltung.“

Handelt es sich beim Morphoz um eine zukunftsweisende Studie, liegen andere Elektrifizierungsschritte von Renault wesentlich näher. Vor einigen Tagen kündigt­e das Unternehmen an, den Kleinstwagen Twingo mit einer 82 PS starken Elektrovariante zu versehen. Der Marktstart dürfte gegen Ende 2020/Anfang 2021 erfolgen. Für dieses Jahr dürfen wir außerdem noch einen Plug-in-Hybriden im Rahmen des Mégane-Facelifts, einen Plug-in-Hybrid-Ableger des neuen Captur und einen Vollhybriden für den Kleinwagen Clio erwarten.

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Eine weitere Modell­pflege betrifft den Mittelklasse-Kombi Talisman Grandtour. Für dieses Fahrzeug gibt es unter anderem eine neu gestaltete Frontschürze, eine großzügig dimensionierte Kühlergrill-Chromspange, dynamische Blinker und drei neue Metallic-Lackierungen (Baltikum-Grau, Highland-Grau und Mangostan-Rot). Ausstattungsabhängig leuchtet der adaptierte Talisman die Umgebung mit LED-Matrix-Vision-Scheinwerfern aus, als neues Infotainmentsystem zieht das Easy Link ins Modell ein. Der Autobahn- und Stauassistent zählt ebenfalls zu einer Talisman-Neuheit. Hilfreich kann sich der Querverkehrs-­Warner beim Rückwärtsausparken erweisen.

Beachtenswert sind im Weiteren die Verwendung eines 10,2 Zoll großen TFT-Kombi­instruments, der erweiterte Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und der Spurhalte-Warner inklusive Spurhalteassistent. Der Toter-Winkel-Warner arbeitet im facegelifteten Talisman übrigens mit Radarsensoren, nicht mehr mit Ultraschall. Das Langheck kommt in modifizierter Form im Sommer auf den Markt. (hösch)


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