Moderater Anstieg bestätigter CoV-Infektionen in Österreich

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 in Österreich steigt weiter moderat. Am Mittwoch, waren es 29 und damit um fünf mehr als am Abend zuvor. Zwei der Fälle betrafen Niederösterreich, der dritte Wien, der vierte Salzburg und der fünfte die Steiermark. Bundespräsident Alexander Van der Bellen lobte das Krisenmanagement der Bundesregierung.

Insgesamt wurden bisher 3.138 Tests durchgeführt. Wie das Land SAlzburg am Mittwoch mitteilte, wurde eine 44-jährige Urlauberin aus Köln in der Gemeinde Untertauern (Pongau) positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Deutsche befindet sich in ihrem Hotel isoliert in Quarantäne. Mit ihr sind damit derzeit nachweislich drei Personen im Bundesland am Virus erkrankt.

Bei dem Wiener Fall handelt es sich um eine Frau, die nach einem Aufenthalt in Italien positiv getestet wurde. Das teilte Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabes der Stadt Wien, am Mittwochvormittag der APA mit. Es handle sich nicht um einen schweren Fall. Die Frau werde wohl unter häusliche Quarantäne gestellt.

Auch bei den beiden neu dazugekommenen Infektionen in Niederösterreich handelt es sich um Frauen aus dem Bezirk Korneuburg, die in häusliche Quarantäne kamen. Die Erkrankten seien Kontaktpersonen eines schon zuvor bestätigten Falles, wurde betont. Auch alle drei bisher in Niederösterreich als infiziert erfassten Personen stammen aus dem Bezirk Korneuburg.

In der Steiermark liegt ein vierter bestätigter Fall mit einer Coronavirus-Infektion vor. Es handelt sich um einen 49-Jährigen aus dem Bezirk Weiz. Er wurde ersten Informationen des Landes Steiermark zufolge von einem mobilen Team getestet. Sein Krankheitsverlauf sei mild. Wo er sich angesteckt haben könnte, sei bisher noch unklar, hieß es Mittwochnachmittag. Der Mann befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die anderen drei steirischen Patienten sind eine 52-jährige Oststeirerin, eine 43 Jahre alte Grazerin sowie eine 59-Jährige aus dem Mürztal.

Zwei weitere Österreicher wurden indes positiv auf das Coronavirus getestet, nachdem sie am Freitag in Genua vom Kreuzfahrtschiff „MSC Opera“ gegangen sind. Dies bestätigten die österreichischen Gesundheitsbehörden. Das Paar hatte vom 17. bis zum 28. Februar an einer Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeerraum teilgenommen. Von Genua kehrte das Paar nach Österreich zurück, wo es am Dienstag positiv auf das Covid-19 getestet und unter Quarantäne gestellt wurde.

Nachdem in einer Wiener Anwaltskanzlei drei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, waren die restlichen Abstriche negativ. Damit ist die Testung aller knapp 300 Mitarbeiter abgeschlossen. Noch unklar ist, wer der Auslöser der Infektionskette war. Diese wurde nicht vom schwer erkrankten Anwalt ausgelöst. Die drei Infektionen in der Kanzlei - betroffen sind zwei Anwälte und eine junge Juristin, die mittlerweile als Rechtspraktikantin dem Landesgericht für Strafsachen zugeteilt ist - befinden sich weiterhin in häuslicher Quarantäne, teilte die Kanzlei am Mittwoch mit

Bundespräsident Alexander van der Bellen lobte am Mittwoch das Krisenmanagement der Bundesregierung - explizit jenes von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) - als „höchst professionell“. Auch im Vergleich zu anderen Ländern laufe es in Österreich gut. „Ich sehe nichts, was man hätte kritisieren können“, so das Staatsoberhaupt am Rande eines Pressetermins in Linz. „Versäumt wurde nichts“, die Zusammenarbeit aller Behörden und Einsatzorganisationen funktioniere „erstklassig“.

Insgesamt wurden im Bundesland bisher 333 Personen auf SARS-CoV-2-Erreger getestet. Neben den fünf positiven lagen 306 negative Ergebnisse vor, 22 waren Mittwochmittag offen.

Unterdessen wurden weitere Details zu den bestätigten Fällen in einer Wiener Anwaltskanzlei bekannt. Ein schwer am neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankter Anwalt, der seit mehreren Tagen im Krankenhaus liegt, dürfte nicht der Verursacher der weiteren drei Infektionen in seiner Kanzlei sein. Betroffen sind zwei Anwälte und eine junge Juristin, die mittlerweile als Rechtspraktikantin dem Landesgericht für Strafsachen zugeteilt ist. Nun wird nach dem Auslöser der Infektionskette gesucht.

Seitens des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) hieß es am Mittwoch, keine der drei neuerkrankten Personen - allesamt zeigen einen asymptomatischen bzw. leichten Verlauf und befinden sich in häuslicher Quarantäne - habe Kontakt zu dem älteren Anwalt gehabt, der seit längerem im Kaiser-Franz-Josefspital behandelt wird und der nicht ansprechbar ist. Die Behörden gehen daher davon aus, dass sich die vier Juristen entweder bei einem externen Krankheitsträger infiziert haben oder der Verursacher ein weiterer Kanzleimitarbeiter ist, dessen Erkrankung mit dem Coronavirus inzwischen wieder ausgeheilt ist. Denn abgesehen von den drei positiven Proben gibt es vorerst keine weitere bestätigte Erkrankung in der betroffenen Kanzlei Wolf Theiss.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zeigte sich unterdessen über die Informationsoffensive zum neuartigen Coronavirus zufrieden. Diese zeige ihre Wirkung in der Bevölkerung. „Niemand kommt mehr in eine Spitalsambulanz und sagt, ich habe Symptome“, sagte Anschober. „Man wartet zu Hause, genauso wie wir das geplant haben.“ Damit sollen weitere Ansteckungen verhindert werden.

Das System sei bei den Bürgern angekommen, sagte der Minister. Geschuldet sei das den beiden Informations-Hotlines, die gut angenommen werden. Die AGES-Hotline, wo es um allgemeine Fragen zum Coronavirus geht, hat rund 5.000 Anrufe pro Tag. Die Gesundheits-Hotline 1450 wird täglich 3.000 Mal kontaktiert.


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