Triumph für Biden bei Vorwahlen der US-Demokraten

Triumph für den früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden beim Super Tuesday: Bei den Vorwahlen der US-Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur gewann der 77-jährige Zentrums-Politiker laut Prognosen in mindestens neun der 14 US-Staaten, in denen abgestimmt wurde. Sein linksgerichteter Konkurrent Bernie Sanders siegte demnach mindestens in drei Staaten.

US-Medien erklärten Biden in Alabama, Arkansas, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee und Virginia zum Sieger. Prognosen zufolge setzte er sich auch im wichtigen Staat Texas knapp gegen Sanders durch. In Texas werden 228 und damit besonders viele Delegiertenstimmen für die Wahl des Präsidentschaftskandidaten der oppositionellen Demokraten vergeben. Nur in Kalifornien geht es mit 415 um noch mehr Delegierte.

Der 78-jährige Sanders, der zuletzt die landesweiten Umfragen angeführt hatte, gewann laut Medien in Colorado, Utah und in seinem Heimatstaat Vermont. Eindeutige Ergebnisse aus Kalifornien und Maine standen zunächst noch aus. Nach Auszählung eines Teils der Stimmen lag jedoch Sanders in Kalifornien und Biden in Maine voran.

Der Super-Dienstag ist im Präsidentschaftsrennen der Demokraten von zentraler Bedeutung. Vergeben werden rund ein Drittel der Stimmen der Delegierten, die bei einem Parteitag im Juli über den Herausforderer von Präsident Donald Trump entscheiden - 1.357 von insgesamt 3.979. Allein in Kalifornien wird über 415 Delegierte entschieden und damit mehr als in jedem anderen US-Staat. Verteilt werden die Delegierten anteilig unter den Bewerbern, die mehr als 15 Prozent der Stimmen erhalten.

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Biden zeigte sich am Wahlabend glücklich über die Ergebnisse: „Das ist ein guter Abend“, sagte er vor Anhängern. „Und es scheint, dass es sogar noch besser wird.“ Sein Comeback kommentierte Biden mit den Worten: „Sie haben mich noch nicht beerdigt, ich bin nicht tot. Ich bin zurück.“

Der 77-Jährige, der lange als Favorit gehandelt worden war, hatte bei den ersten beiden Vorwahlen im Februar in Iowa und New Hampshire noch miserabel abgeschnitten, sich dann aber gefangen. Am vergangenen Samstag gewann er die Abstimmung in South Carolina. Danach bekam der einstige Stellvertreter von Präsident Barack Obama (2009-17) weiteren Aufwind: Kurz vor dem Super-Dienstag stellten sich die ausgeschiedenen Bewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O‘Rourke hinter ihn. Damit vereinte sich das moderate Demokraten-Lager zunehmend hinter Biden - was sich jetzt auch an den Wahlurnen niederschlug.

Das interne Rennen der Demokraten spitzte sich mit dem Super Tuesday weiter zu einem Wettbewerb zwischen dem moderaten und dem linken Flügel zu. Viele Demokraten halten den 78-jährigen Sanders für zu links und fürchten, er hätte als Präsidentschaftskandidat keine Chance gegen Trump. Der selbst ernannte „demokratische Sozialist“ zeigte sich am Wahlabend aber siegessicher: Er habe „absolutes Vertrauen“ in seinen Sieg, sagte der Senator vor jubelnden Anhängern. Allerdings zerschlugen sich seine Hoffnungen, seinen Rivalen am Super-Dienstag davonziehen zu können.

Schlecht verlief der Wahlabend für den früheren New Yorker Bürgermeister Bloomberg. Der Milliardär konnte zunächst nur im kleinen US-Außengebiet Amerikanisch-Samoa gewinnen, in dem am Dienstag ebenfalls gewählt wurde. Der 78-Jährige teilte daraufhin mit, seine Bewerbung um eine Kandidatur aufzugeben und fortan bei den Vorwahlen Ex-Vizepräsident Biden zu unterstützen. Das Wichtigste sei ein Sieg über Trump bei der Präsidentschaftswahl im November, erklärte Bloomberg.

Ebenfalls schwach schnitt die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren ab. So konnte sie nicht in ihrem Heimatstaat Massachusetts gewinnen, den sie im Senat vertritt.

Die Vorwahlen der Demokraten gehen noch bis Anfang Juni. Ihren Präsidentschaftskandidaten wird die Partei dann bei einem Parteitag im Juli offiziell nominieren. Für einen Sieg im ersten Wahlgang sind die Stimmen von 1991 Delegierten nötig. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November statt.

Wenn es nach Sanders geht, soll der parteiinterne Zweikampf mit Biden jetzt jedenfalls nicht zu einem schmutzigen Wahlkampf werden. „Ich mag Joe. Er ist ein anständiger Kerl“, sagte Sanders am Mittwoch in Vermont. Er wolle nicht, dass der Wahlkampf in persönliche Attacken abdrifte. „Das ist das letzte, was das Land will.“ Sanders betonte aber, es gebe große inhaltliche Differenzen zwischen ihm und Biden, etwa beim Thema Krankenversicherung, Handel oder in der Außenpolitik. „Dies ist ein Wettstreit der Ideen“, sagte der 78-Jährige. Es gehe um unterschiedliche Visionen für das Land.


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