Stadtpolizei soll in das Kufsteiner Zentrum übersiedeln

Eine Polizeiwache im Kufsteiner Stadtzentrum findet immer mehr Befürworter. Ein Wunschziel wäre das Rathaus, aber da fehlt der Platz.

Wenn es nach dem Wunsch vieler Stadtpolitiker geht, sollen die Streifengänge der Stadtpolizisten künftig gleich im Stadtzentrum beginnen.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Der Vorschlag ist nicht neu, bislang aber immer im Diskussionsstadium hängen geblieben: nämlich die Verlegung der Stadtpolizeiwache in Kufstein in das Ortszentrum. Derzeit liegt die Wache etwas außerhalb des Stadtzentrums, ist im gleichen Areal wie Feuerwehr und Rotes Kreuz angesiedelt. Der Vorteil eines Umzugs liegt für Kufsteins 2. Vizebürgermeister Hannes Rauch (ÖVP) auf der Hand. „Die Stadtpolizei wäre für die Bevölkerung noch sichtbarer und das subjektive Sicherheitsgefühl der Kufsteinerinnen und Kufsteiner würde steigen.“

Hannes Rauch
© Otter

Rauch will damit nach eigenen Worten einen Denkanstoß geben. An und für sich braucht er das nicht mehr, was die Chefetage im Rathaus anbelangt. „Da rennt er bei mir offene Türen ein“, sagt Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie). „Ich bin froh um jede Unterstützung in dieser Frage. Denn, wenn wir das machen, braucht es eine möglichst breite politische Zustimmung“, erklärt Krumschnabel, der ebenfalls für eine Verlegung wäre.

Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung würde durch eine Wache im Zentrum steigen.
Hannes Rauch (Vizebürgermeister)

Eine brennende Frage in diesem Zusammenhang ist natürlich der neue Standort. Für Rauch wäre das Rathaus optimal. Auch im Zusammenhang mit einem Sicherheitskonzept, das derzeit für das Amtsgebäude in Ausarbeitung ist. Ein entsprechender Auftrag wurde an einen externen Berater vergeben. Die Stadtpolizei könnte hier bei einer entsprechenden Nähe optimal eingebunden werden, glaubt Vizebürgermeister Rauch.

Das Konzept hat im dramatischen Vorfall, der vor einem Jahr in Dornbirn geschah, seine Wurzeln. Damals wurde ein Sozialamtsleiter erstochen. Daher denkt man nicht nur in Kufstein über mehr Schutz für Beamte nach. Treibender Motor sei dafür, so seine eigenen Worte, Gemeinderat Horst Steiner (Bürgerliste) gewesen. Er habe einen entsprechenden Betrag in das Budget reklamiert, „damit endlich etwas weitergeht“, wie er zur TT sagt. Er warte jetzt auf die Vorschläge des Experten, bevor er dazu und zur Polizeiwache weiter Stellung beziehe.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Bürgermeister Krumschnabel sieht im Rathaus ein Platzproblem. Daher habe man nach der Sanierung des Stadtamtgebäudes auch eine geplante Umsiedelung wieder gestrichen. Auf alle Fälle sei man dabei, sich nach einem geeigneten Objekt für die Wache im Zentrum umzusehen. Was die Sicherheit im Rathaus anbelangt, denkt Krumschnabel eventuell an eine visuelle Überwachung.

Der Vorschlag der Wache-verlegung verwundert SPÖ-Gemeinderat Alexander Einsank-Gfäller. „Darüber haben wir bereits vor Jahren diskutiert. Ich finde den Standort beim Blaulichtzentrum gut“, sagt der Mandatar. Andererseits seien die Argumente mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl und der Nähe durchaus nachvollziehbar.

Auch der Kufsteiner FPÖ-Neo-Stadtparteiobmann LA Christofer Ranzmaier sieht in beiden Varianten Vorteile, „das muss man gut abwägen“, meint er. Und: „Man muss die Beamten miteinbeziehen.“

FPÖ-Stadtrat Walter Thaler wiederum findet die Verlegung unnötig, „wozu haben wir ein Blaulichtzentrum?“, fragt er sich.

Volle Zustimmung gibt es von Victoria Da Costa (Grüne): „Da ist die Polizei für die Leute leichter erreichbar, Voraussetzung ist aber, dass keine Stellen abgebaut werden.“ Und auch die fraktionsfreie Gemeinderätin Birgit Obermüller wäre mit einer Verlegung einverstanden.

Noch eine Frage ist im Zusammenhang mit einer neuen Zentrumswache zu überdenken, sagt Bürgermeister Krumschnabel. „Was machen wir mit der Immobilie, in der derzeit die Wache untergebracht ist? Da braucht es natürlich ein entsprechendes Nachnutzungskonzept“, erklärt der Stadtchef. Die Ideenbörse ist hiermit eröffnet.


Kommentieren


Schlagworte