ÖGB-Frauen fordern Ausbau der Kinderbetreuung

Anlässlich des Internationalen Frauentags fordern die ÖGB-Frauen einen Rechtsanspruch auf einen beitragsfreien Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr. Eine ganzjährige, qualitätsvolle Kinderbetreuung sei nämlich ein wesentlicher Schlüssel für Chancengleichheit am Arbeitsplatz, sagte Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende am Donnerstag.

„Für Frauen ist es oft sehr schwer möglich, wieder in den Beruf einzusteigen, geschweige denn, sich für eine Vollzeitarbeit zu entscheiden. Das wirkt sich negativ auf das Einkommen aus und führt dazu, dass viele Frauen im Alter finanziell vom Partner abhängig sind und viel häufiger von Altersarmut betroffen sind“, erklärte die ÖGB-Vizepräsidentin. „Kinder kriegen darf keinen Nachteil sein. Deshalb wollen wir, dass das Budget für Elementarpädagogik auf mindestens 1 Prozent des BIP aufgestockt wird. Das brächte 1,2 Milliarden Euro mehr für die Bildung unserer Kinder.“

Die „VinziWerke“ und die Schuldnerberatung machten ebenfalls darauf aufmerksam, dass Armut vorwiegend weiblich ist. Frauen haben im Schnitt ein deutlich niedrigeres Einkommen als Männer und das mache sich auch in der Schuldenberatung bemerkbar: Fast ein Drittel der Klientinnen hatte 2019 nicht mehr als das Existenzminimum zur Verfügung (das waren 933 Euro für eine alleinstehende Person). „Mit so wenig Geld ist die Schuldenregulierung extrem schwierig. Betroffene Frauen sind akut armutsgefährdet“, sagt Maria Kemmetmüller, stellvertretende Geschäftsführerin der asb, der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen.

Von den über 60.000 Personen, die im Jahr 2019 von einer staatlich anerkannten Schuldenberatung Unterstützung erhalten haben, waren 41 Prozent Frauen. Der häufigste Überschuldungsgrund bei beiden Geschlechtern ist Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverschlechterung. Bei den Frauen ist jedoch erstmals „Scheidung/Trennung“ als Überschuldungsgrund auf Platz drei vorgerückt. „Man kann davon ausgehen, dass das niedrigere Einkommen von Frauen und eine schnellere Überschuldung im Trennungsfall in Zusammenhang stehen“, so Kemmetmüller.

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Aus Sicht der Schuldenberatungen brauche es eine Erhöhung des Existenzminimums, das derzeit deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle liege und viele Frauen samt ihren Kindern in die Armut treibe.


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