Schweiz meldet ersten Coronavirus-Todesfall

Die Schweiz hat ihren ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Eine mit dem Erreger infizierte Patientin sei in der Nacht auf Donnerstag in einem Krankenhaus in Lausanne gestorben, teilte die Polizei im Kanton Waadt mit. Die 74-Jährige war demnach am Dienstag in das Krankenhaus eingeliefert worden. Im US-Staat Kalifornien wurde wegen des Virus indes der Ausnahmezustand erklärt.

Für die Schweizer Patientin bestand ein erhöhtes Risiko, sie litt an einer chronischen Erkrankung, wie es vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den Behörden des Kantons hieß. In der Schweiz wurden bisher 58 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, das die Atemwegserkrankung Covid-19 auslösen kann. Der erste Fall wurde in der vergangenen Woche bekannt. Bei 2.675 Personen mit Verdacht auf eine Ansteckung fielen die Tests negativ aus. Zahlreiche Personen wurden unter Quarantäne gestellt.

In Kalifornien wurde der Ausnahmezustand erklärt. Gouverneur Gavin Newsom teilte am Mittwoch in Sacramento mit, dass 53 Infektionen im bevölkerungsreichsten Staat der USA bestätigt worden seien. Wenige Stunden zuvor war das erste Todesopfer durch das Coronavirus in Kalifornien bekanntgegeben worden. Es handelte sich um den ersten Todesfall außerhalb des Staates Washington, in dem das Coronavirus in den USA als erstes festgestellt worden war. Dort sind bereits zehn Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

Indes stieg die Zahl der Neuinfektionen in China leicht an. Die Behörden melden für Mittwoch 139 Neuinfektionen, tags zuvor waren es 119. Die Zahl der Toten stieg um 31 auf 3012. Am Dienstag waren 38 Tote gemeldet worden. Auf die zentrale Provinz Hubei entfallen dabei alle Todesfälle - darunter 23 in der Stadt Wuhan - und 134 der Neuinfektionen. Von insgesamt 80.409 Infizierten wurden nach offiziellen Angaben 52.045 geheilt.

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Die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen in Südkorea steigt unvermindert an. Seit Mittwoch seien 438 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Damit sei die Gesamtzahl auf bisher 5766 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle kletterte demnach seit dem Vortag um drei auf 35. In keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Seit Tagen liegt die Zahl der Neuinfektionen in Südkorea deutlich über jener in China.

Am Mittwoch meldeten auch Ungarn, Slowenien und Bosnien ihre ersten Infektionsfälle. In Ungarn würden zwei infizierte iranische Studenten medizinisch betreut, teilte Regierungschef Viktor Orban in einer Videobotschaft im Online-Netzwerk Facebook mit. Sie seien anscheinend symptomfrei. Ein Arzt des behandelnden Krankenhauses in Budapest sagte, die Kontaktpersonen der kürzlich aus dem Iran zurückgekehrten Infizierten würden unter Quarantäne gestellt.

In Slowenien handelte es sich bei dem ersten Coronavirus-Fall um einen um die 60 Jahre alten Patienten, der kürzlich aus Marokko via Italien eingereist sei, wie Gesundheitsminister Ales Sabeder sagte. Er werde nun in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Ljubljana behandelt.

In Bosnien wurde das Virus bei einem Mann nachgewiesen, der in Italien gearbeitet hatte. Er sei in einem Krankenhaus in der Region Banja Luka isoliert worden, teilte der Gesundheitsminister des serbischen Teils von Bosnien, Alen Seranic, mit. Bei Tests im Umfeld des Mannes sei das neuartige Coronavirus auch bei einem Kind nachgewiesen worden.

Italien ist der größte Herd des neuartigen Coronavirus in Europa. Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes starben inzwischen mindestens 107 Menschen im Land an dem Erreger, die Zahl der bestätigten Ansteckungsfälle stieg auf 3.089.

Israel lässt ab Freitag 8.00 Uhr keine Reisenden aus Österreich mehr einreisen. Davon ausgenommen sind jene Personen, die in Israel über einen gültigen Aufenthaltsstatus verfügen sowie israelische Staatsangehörige. Diese werden jedoch in eine 14-tägige Quarantäne genommen. Die genauen Details der neuen Regelungen waren zunächst unklar.

„Es liegt an den israelischen Behörden bekannt zu geben, wie genau die Einreisesperre umgesetzt wird und was sie für schon in Israel aufhältige Personen bedeutet“, sagte Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer der APA. Die Details will Israel „noch im Laufe des heutigen Tages bekanntgeben“, betonte der Sprecher. Derzeit befinden sich laut Außenministerium rund 600 österreichische Touristen in Israel. März ist „definitiv die Hauptreisezeit“, sagte Guschelbauer. Reisende sollen sich nunmehr „auf jeden Fall mit den Airlines in Verbindung setzten“. Israel hatte die Einreisestopps am Mittwoch verkündet. Auch Touristen aus Italien, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Spanien sind davon betroffen.

Auch in Tadschikistan dürfen Österreicher - wie auch weitere über 30 Nationalitäten - nicht einreisen. Diese Regelung gilt laut Guschelbauer bereits seit ein paar Tagen. Dem Außenministerium sind keine Probleme von Österreichern in Tadschikistan bekannt. Die Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien ist kein typisches Reiseland für Österreicher, betonte Guschelbauer.


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