Dorfchefs pflocken Transit-Forderungen ein

In Strass im Zillertal kamen die Bürgermeister gestern zusammen. Im Transitstreit mit der EU will man sich jetzt wehren.
© Fankhauser

Eingeladen waren 60 Bürgermeister der Bezirke Kufstein, Schwaz und Innsbruck-Land. Gemeinden entlang der Brenner- wie Inntalautobahn. Dem Ruf des Breitenbacher Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Alois Margreiter (VP) nach Strass folgten gestern Abend letztlich 26 Dorfchefs und Vizebürgermeister. Wie berichtet, planen die Bürgermeister den koordinierten Transit-Aufstand. Ausgelöst durch den frächterfreundlichen Auftritt der neuen EU-Verkehrskommissarin Adina Valean in Innsbruck. Die Bürgermeister sind aufgebracht. Weil die Botschaft Valeans auch die politikfernsten Bevölkerungsschichten erreicht hat: Der Brenner gehöre Europa, nicht Tirol. Das bleibt bei den Leuten hängen. Marg­reiter und Co. planen nun den Gegenschlag mittels einer Petition samt Forderungskatalog und auch Autobahnblockaden. Totalblockaden sollten aber nur der letzte Notnagel sein, lautete der Tenor. „Von einer Blockade haben wir nichts“, meinte etwa BM Hubert Hußl aus Terfens.

Der Brennerbasistunnel sorgt derzeit für Diskussionen. Angesichts bevorstehender Verhandlungen mit der EU, auch was die finanzielle Beteiligung von Brüssel ab 2021 betrifft, fordert LH Günther Platter (VP) Klarheit darüber, ob der Fertigstellungstermin 2028 noch zu halten ist. Bis zur Landtagssitzung im Februar soll es erste Details dazu geben. Verfahren ist die Situation in Bayern. Hier stemmen sich immer mehr Bürgermeister gegen zwei weitere Gleise für die Zulaufstrecke. Vielmehr solle die Bestandsstrecke verbessert und der Umwegtransit eingedämmt werden. Dann komme es zu keinem Engpass, heißt es aus Bayern. (mami, pn, emf)

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