In Wien entsteht das neue Stadtviertel „Neues Landgut“

Wien wächst - dieses Mal in Favoriten: Am Donnerstag sind die Pläne für das neue Stadtviertel „Neues Landgut“ beim Hauptbahnhof präsentiert worden. Wenn alles nach Plan läuft, sollen auf einem ehemaligen Areal der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) an der Laxenburger Straße bis 2026 rund 1.500 Wohnungen gebaut werden - die Hälfte davon gefördert, der Rest frei finanziert.

„Unsere Stadt wächst, aber sie wächst nicht in die Breite. Deswegen ist es wichtig, Stadtentwicklungsgebiete intelligent zu planen“, unterstrich Planungsstadträtin Birgit Hebein (Grüne). Dies sei mit diesem Projekt durchaus gelungen, freute sie sich.

Wo sich einst Werkstätten und ein Triebfahrzeugstützpunkt der ÖBB befanden, sollen künftig Menschen leben. In den nächsten Jahren wird auf dem neun Hektar großen Gebiet zwischen der Bahntrasse, der Laxenburger Straße und der Landgutgasse ein neues Wohnviertel entstehen. Neben den 1.500 Wohnungen für circa 4.000 Menschen soll es auch einen Bildungscampus für 1.300 Kinder und Jugendliche sowie eine großzügige Parkanlage geben. Auch ein Gemeindebau sei in Planung, hieß es.

Die Autos werden in Tiefgaragen verfrachtet, öffentliche Stellplätze sind nicht vorgesehen. Die Zufahrt für die Bewohner und Lieferanten wird daher möglich sein, Schleichwege oder Durchfahrten durchs Areal sind hingegen nicht vorgesehen. Zwei historische Ziegelhallen auf dem Baugelände - die Gösserhalle (1902) und die noch ältere Inventarhalle - bleiben erhalten. Ihre Nutzung ist allerdings noch offen.

Auch die eher triste Laxenburger Straße wird etwas aufgehübscht: Die Fahrbahn Richtung stadtauswärts wird bis zur Höhe Landgutgasse um elf Meter verbreitert. Damit wird eine zusätzliche Fahrbahn sowie ein neuer Radweg geschaffen und eine Baumreihe gepflanzt.

Derzeit laufen noch die letzten Abrissarbeiten auf dem Gelände. Bis Ende des Monats sollen diese beendet sein. Im April startet dann der Umbau der Laxenburger Straße. Der Baubeginn für die ersten Wohnungen ist für November vorgesehen. Das neue Stadtgebiet soll schließlich 2026/2027 fertiggestellt sein. Insgesamt investiert die Stadt 90 Mio. Euro in das Projekt.

Das Gebiet wird von der Stadt gemeinsam mit der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH entwickelt. „Wir sehen uns hier tatsächlich als Ermöglicher“, unterstrich Silvia Angelo, die Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG. Dabei erinnerte sie an die Stadtentwicklungsgebiete am Nordbahnhof oder rund um den Hauptbahnhof. „Durch die Auflassung von Bahnanlagen werden voraussichtlich bis 2030 insgesamt über 200 Hektar innerstädtisch gut erschlossene Flächen frei, die ins Zentrum moderner Stadtentwicklung rücken.“ Dies entspreche in etwa der Größe des fünften Bezirks Margareten. Wobei die Managerin nicht verhehlte, dass auch die ÖBB profitiere. Durch diese Schritte würden nämlich auch für die ÖBB Werte geschaffen - schließlich seien die Areale einst für Bahnzwecke genutzt worden und nun stehen sie für Gewerbe- und Wohnzwecke zur Verfügung.

Überaus erfreut über die Entwicklung beim Neuen Landgut zeigte sich der Bezirksvorsteher von Favoriten, Marcus Franz (SPÖ), der gleich um zukünftige Bewohner warb. Bei dem Areal handle es sich um Randgebiet, man sei aber trotzdem nahe der Stadt und in kurzer Zeit im Zentrum. Zusätzlich gebe es „rundherum“ Einkaufsmöglichkeiten, fügte er mit einem Verweis auf die nahe Fußgängerzone in der Favoritenstraße hinzu. Er ist außerdem überzeugt, dass auch das umliegende Gebiet künftig aufgewertet wird.


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