EU-Indien-Gipfel wegen Coronavirus verschoben

Wegen des neuartigen Coronavirus ist der für den 13. März geplante EU-Gipfel mit Indien verschoben worden. Gesundheitsbehörden beider Seiten hätten nahegelegt, dass zurzeit nicht gereist werden soll, sagte ein Sprecher des indischen Außenministeriums am Donnerstag in Neu Delhi. Beim Treffen in Brüssel sollte es laut EU-Angaben um Handel, Investitionen, Energie, Klima und Migration gehen.

Der Gipfel, an dem auch Indiens Premierminister Narendra Modi teilnehmen hätte sollen, werde später stattfinden. Modi hatte bereits am Mittwoch verkündet, dass er wegen des Virus von einem der wichtigsten Hindu-Feste kommende Woche fernbleiben werde. Es ist das erste hochrangige EU-Treffen, das wegen der Corona-Epidemie verschoben wird.

Auch China sagte einen mit Spannung erwarteten Staatsbesuch von Präsident Xi Jinping in Japan wegen des Virus ab. Das gab die japanische Regierung am Donnerstag bekannt. Eigentlich wollte Xi im April nach Japan reisen. Es wäre der erste Staatsbesuch eines chinesischen Präsidenten in Japan seit mehr als zehn Jahren gewesen.

Geplant war unter anderem eine Audienz beim japanischen Kaiser Naruhito und ein Gipfeltreffen mit dem rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. China, wo das neue Coronavirus ausgebrochen war, hofft, den Besuch von Präsident Xi in Japan zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können, hieß es. Damit sollte die jüngste Verbesserung in den jahrelang wegen Japans Umgang mit seiner kriegerischen Vergangenheit sowie Territorialstreitigkeiten belasteten Beziehungen der asiatischen Wirtschaftsmächte untermauert werden.

Die Ausbreitung des neuartigen Erregers einzudämmen, sei für beide Länder vorerst „die wichtigste Aufgabe“, sagte ein Sprecher der japanischen Regierung am Donnerstag. Der Besuch Xis in Japan werde deshalb erst zu einem „passenden Zeitpunkt für beide Seiten“ stattfinden. Ein chinesischer Außenamtssprecher sagte, beide Länder seien derzeit völlig dem Kampf gegen die Epidemie verpflichtet.

Abe hatte Xi während des G20-Gipfels in Osaka zu einem Staatsbesuch eingeladen. Die Reise war ursprünglich für das Frühjahr vorgesehen. Sie wurde als Zeichen verbesserter bilateraler Beziehungen gewertet. Zuletzt hatte ein chinesischer Präsident im Jahr 2008 einen Staatsbesuch in Japan absolviert.


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