Vignettenbefreiung des Landecker Tunnels bestätigt

Während der Sperre der L76 gibt es eine Vignettenbefreiung des Landecker Tunnels – was die Spatzen von den Dächern pfiffen, wurde gestern vom Land offiziell bestätigt.

Der Landecker Tunnel wird während des Baus der Schlossgalerie zur Umfahrungsstrecke – und bleibt während der Sperre vignettenfrei.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Landeck – „Damit kann so manches Chaos verhindert werden“, betont Bürgermeister Wolfgang Jörg. Gemeint ist die zeitweise Vignettenbefreiung des Landecker Tunnels, die gestern noch einmal von Seiten des Landes – und damit offiziell – bestätigt wurde. Der Stadtchef hatte bereits in der Februarsitzung des Gemeinderats eine entsprechende Maßnahme für die Bauzeit der neuen Schlossgalerie angekündigt. Ihm ging es vor allem um die Mautflüchtlinge, die in der Stadt stranden und hier für einen Kollaps sorgen.

„Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, die während der Totalsperre über den Landecker Tunnel ausweichen müssen, sind jedenfalls von der Vignettenpflicht befreit“, bestätigen nun Landeshauptmann Günther Platter und der für Straßenbau zuständige LHStv. Jose­f Geisle­r.

Wie berichtet, muss die Strecke während der zweieinhalbjährigen Bauzeit temporär gesperrt werden – bisher sprach man von rund drei Monaten. Zwischen der Südeinfahrt nach Landeck und der Fließer Au wird eine 720 Meter lange Galerie errichtet, die vor künftigen Steinschlag­ereignissen schütze­n soll.

Von einer „für alle zufriedenstellenden Regelung“ spricht Alexander Holzedl von der Asfinag. Auch Landtagsvizepräsident Toni Mattl­e ist mit der unbürokratischen Lösung im Sinne der Anrainer zufrieden.

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Laut Mautordnung gibt es eine temporäre Ausnahme von der Vignettenpflicht aller­dings nur bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Bränden, Straßengebrechen oder Unfällen. Die Asfinag habe sich daran zu halten, hieß es stets.

Das Land argumentiert nun mit der Unvorher­sehbarkeit der Sperre: „Da bei der L76 Landecker Straß­e der genaue Zeitpunkt der Totalsperre nicht exakt definierbar ist und auf Grund der Komplexität erst während der Bauarbeiten genannt werden kann, handelt es sich um eine unaufschiebbare Verkehrsbeschränkung, die von der Behörde gemäß § 44b StVO verordnet wird“, erklärt Bernhard Knapp von der Abteilung Verkehrsrecht. Sprich: Da die Bauarbeiten in einem geologisch und topo­grafisch anspruchsvollen Gebiet durchgeführt werden müssen, könne der erforderliche Zeitpunkt nicht im Vorhinein bestimmt werden.

Inzwischen wurde die Vorarbeiten für die Schloss­galerie abgeschlossen. Wie berichtet, hat die Strabag den Zuschlag bekommen – die Auftragsvergabe steht nach dem Ende der Stillhaltefrist unmittelbar bevor.

Zu einer ersten längeren Sperre dürfte es bereits gleich zu Beginn der Arbeiten im Frühjahr kommen, wie es seitens des bauausführenden Unternehmens heißt. Man rechne heuer mit einer Sperr­e von rund zehn Woche­n. Für den Rest der Zeit soll die Streck­e durchgängig einspurig befahrbar bleiben.


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