40 Coronavirus-Infizierte - 129.000 Grippe-Infektionen

Wie selten das neue Coronavirus in Österreich im Moment ist, zeigt die Zahl der Grippefälle: Derzeit gibt es landesweit 40 bestätigte Corona-Fälle, gleichzeitig laborieren diese Woche 129.000 Menschen an „Grippe“ - also an Influenza und viralen Infekten. „Die ‚Grippe‘ ist eine Krankheit, die uns seit unserer Kindheit begleitet“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober die Angst vor Corona.

Die Relation zur Zahl der Grippefälle zeigt, wie selten das neue Coronavirus in Österreich im Moment ist. Mit Stand vom Mittwoch sind in der gesamten Saison bisher rund 245.000 Menschen an Influenza, also an der „richtigen“ Grippe, erkrankt. Mit einer Informationsoffensive will Anschober erreichen, dass die Durchimpfungsrate in Österreich für die nächste Influenzawelle im Herbst/Winter erhöht wird und die Zahl der Erkrankten damit abnimmt.

In Sachen Coronavirus SARS-CoV-2 gab es am Donnerstag elf neue bestätigte Infektionen, darunter die erste in Vorarlberg und die vierte in Salzburg. Ansonsten handelt es sich bei den neuen Fällen laut Behörden zum Großteil um Niederösterreicher.

Rund 400 Personen befinden sich laut Anschober in Quarantäne. Derzeit gibt es in Österreich aber keine Entwicklung, die auf eine Pandemie hindeutet, meinte der Gesundheitsminister.

Die beiden ersten österreichischen Coronavirus-Patienten haben am Donnerstag jedenfalls gesund die Innsbrucker Klinik verlassen. „Sie sind ganz normale Mitbürger, von denen keinerlei Bedrohung oder Gefahr für ihre Mitbürger ausgeht“, erklärte indes der Leiter der Infektiologie an der Med Uni Innsbruck, Günther Weiss, im Ö1-Frühjournal.

Der Mediziner kritisierte in diesem Zusammenhang die Stigmatisierung von Coronavirus-Patienten „durch irrationale Ängste, durch Wahnvorstellungen, durch Panikmache“. Das sei „etwas, was wir nicht haben wollen und was medizinisch absolut abzulehnen ist“.

Insgesamt wurden in Österreich bisher 3.711 Tests durchgeführt. „Wir testen jeden einzelnen Verdachtsfall, aber auch mit Stichprobenanalysen in Form eines Screenings bei Grippeerkrankten zusätzlich auf Corona“, erklärte Anschober bereits am Mittwoch.

„Es ist die Entwicklung, mit der wir gerechnet haben“, sagte Anschober bei einem neuerlichen Pressetermin am Donnerstag. Eine Prognose über den weiteren Verlauf der Krankheit wagte sich der Minister nicht abzugeben. Die bisherigen Fälle haben sich aber im Ausland bzw. in Österreich bei aus dem Ausland zurückgekommenen Personen angesteckt.

In Österreich wurden Vorsichtmaßnahmen eingeleitet. So werden etwa gefährdete Bevölkerungsgruppen - wie etwa in Pensionistenheimen - besonders geschützt. Auch Großveranstaltungen können je nach Maßgabe abgesagt werden. Flächendeckende Absagen, wie es in anderen Ländern inzwischen praktiziert wird, sind derzeit nach Absprache mit den Gesundheitsexperten nicht vorgesehen. Auch eine landesweite Schließung von Bildungseinrichtungen ist im Moment nicht geplant. Dass dies zu einem „Zeitpunkt X“ noch geschehen kann, konnte Anschober aber nicht ausschließen.

Für Reisende wird es inzwischen immer schwieriger, an ihr Ziel zu kommen. So hat etwa Israel ab Freitag 8.00 Uhr Ortszeit ein Einreiseverbot für sämtliche Reisende aus Österreich sowie Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und der Schweiz verhängt. Davon ausgenommen sind israelische Staatsbürger, Personen mit gültigem Aufenthaltsstatus in Israel sowie Personen, die sich in Israel 14 Tage in Heimquarantäne begeben können. Neben Israel lässt auch Tadschikistan wegen der Ausbreitung des Coronavirus keine Österreicher mehr einreisen.


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