Neue Coronavirus-Fälle in NÖ, Kärnten und Vorarlberg

Wie selten das neue Coronavirus in Österreich im Moment ist, zeigt die Zahl der Grippefälle: Derzeit gibt es landesweit 42 bestätigte Corona-Fälle, gleichzeitig laborieren diese Woche 129.000 Menschen an Influenza und viralen Infekten. Nichtsdestrotz prägen neue bestätigte Infektionen mit SARS-CoV-2-Virus die Medienberichte. Neue Fälle wurden am Nachmittag aus NÖ, Kärnten und Vorarlberg gemeldet.

Die Relation zur Zahl der Grippefälle zeigt, wie selten das neue Coronavirus in Österreich im Moment ist. Mit Stand vom Mittwoch sind in der gesamten Saison bisher rund 245.000 Menschen an Influenza, also an der „richtigen“ Grippe, erkrankt. Mit einer Informationsoffensive will Gesundheitsminister Rudolf Anschober erreichen, dass die Durchimpfungsrate in Österreich für die nächste Influenzawelle im Herbst/Winter erhöht wird und die Zahl der Erkrankten damit abnimmt.

In Sachen Coronavirus gab es am Donnerstag bisher 14 neue bestätigte Infektionen, darunter die jeweils erste in Vorarlberg und in Kärnten sowie die vierte in Salzburg. Ansonsten handelt es sich bei den neuen Fällen laut Behörden zum Großteil um Niederösterreicher, in deren Bundesland nun schon 13 Fälle registriert wurden.

Der erste Vorarlberger Coronavirus-Patient ist ein junger Mann, der sich offenbar wie die erste Kärntner Patientin in Wien angesteckt hat. Er werde mit Husten und leichtem Fieber im LKH Hohenems behandelt, sein Zustand als allgemein gut beschrieben. Seine Mutter arbeite als Lehrerin in einer Bregenzerwälder Schule und zeige ebenfalls Erkrankungssymptome, informierte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Donnerstagnachmittag.

Beim ersten Kärntner Fall handelt es sich um eine 28-jährige Frau aus dem Bezirk Völkermarkt. Die Symptome sind bisher mild, weshalb sie daheim unter Quarantäne ist, teilte die Kärntner Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) am Donnerstag mit. Die Frau war Ende Februar in Wien und dürfte sich dort bei einer Freundin angesteckt haben, die ebenfalls positiv auf den Coronavirus getestet worden war, hieß es vom Land Kärnten. Derzeit läuft das „Tracing“, bei dem Personen ermittelt werden, mit denen die Frau in den vergangenen Tagen Kontakt hatte.

Niederösterreich wurde am späten Donnerstagnachmittag eine 13. Person als mit SARS-CoV-2 infiziert gemeldet. Sie stammt laut Sanitätsstab ebenfalls aus dem Bezirk Korneuburg. Es handelt sich um eine Kontaktperson im Zusammenhang mit am Donnerstagvormittag bekannt gewordenen sieben Fällen. Es wurde häusliche Quarantäne verhängt.

Rund 400 Personen befinden sich laut Anschober in Quarantäne. Derzeit gibt es in Österreich aber keine Entwicklung, die auf eine Pandemie hindeutet, meinte der Gesundheitsminister.

Die beiden ersten österreichischen Coronavirus-Patienten haben am Donnerstag jedenfalls gesund die Innsbrucker Klinik verlassen. „Sie sind ganz normale Mitbürger, von denen keinerlei Bedrohung oder Gefahr für ihre Mitbürger ausgeht“, erklärte indes der Leiter der Infektiologie an der Med Uni Innsbruck, Günther Weiss, im Ö1-Frühjournal.

Der Mediziner kritisierte in diesem Zusammenhang die Stigmatisierung von Coronavirus-Patienten „durch irrationale Ängste, durch Wahnvorstellungen, durch Panikmache“. Das sei „etwas, was wir nicht haben wollen und was medizinisch absolut abzulehnen ist“.

Anschober wagte es nicht, eine Prognose über den weiteren Verlauf der Krankheit abzugeben. Die bisherigen Fälle haben sich aber im Ausland bzw. in Österreich bei aus dem Ausland zurückgekommenen Personen angesteckt.

In Österreich wurden Vorsichtmaßnahmen eingeleitet. So werden etwa gefährdete Bevölkerungsgruppen - wie etwa in Pensionistenheimen - besonders geschützt. Auch Großveranstaltungen können je nach Maßgabe abgesagt werden.

Die Grippemasken, die zur Zeit der Vogelgrippe von der damaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) angeschafft wurden, sind am Donnerstag vom Bundesheer an die Behörden übergeben worden. Die 1,6 Millionen Masken, die mit Haltbarkeitsdatum 2016 im Jahr 2006 beschafft wurden, sind nach Tests noch voll einsatztauglich, hieß es vonseiten des Verteidigungsministeriums. Am Mittwoch wurden die Atemschutzmasken des Typs FFP1 - d.h. sie schützen vor dem Coronavirus - wieder an das Gesundheitsministerium, die Landessanitätsbehörden der Bundesländer sowie an das Außenministerium übergeben, gab das Verteidigungsministerium bekannt.


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