Alle Schulen und Unis im Iran wegen Coronavirus geschlossen

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bleiben die Schulen und Hochschulen im Iran bis 19. März geschlossen. Die Vorsichtsmaßnahme gelte nun für alle Schulen und Hochschulen im Land bis zum Ende des iranischen Jahres am 19. März, sagte Gesundheitsminister Said Namaki am Donnerstag in Teheran. Am 19. März beginnen im Iran Neujahrsferien, die bis zum 3. April dauern.

Die Universitäten des Landes ebenso wie die Schulen in mehreren Provinzen sind bereits seit knapp zwei Wochen geschlossen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums teilte mit, dass bisher 23.237 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet worden seien. Bei 3.513 von ihnen sei eine Infektion nachgewiesen worden - im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 591 Fälle. Die Zahl der Todesopfer stieg den Angaben zufolge um 15 auf 107. Am schlimmsten von der Epidemie betroffen sind die Provinzen Teheran, Kom, Gilan und Isfahan. Irans Gesundheitsminister forderte die Bevölkerung auch auf, weniger mit Bargeld zu bezahlen, „da auch Banknoten und Münzen eine Gefahr sein könnten“.

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi bleiben alle Volksschulen bis Ende des Monats geschlossen. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte Manish Sisodia von der Kommunalregierung der 20-Millionen-Einwohner-Metropole am Donnerstag via Twitter mit. In Indien wurden bisher 30 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus offiziell bestätigt. Damit sich der Erreger in dem Schwellenland mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nicht ausbreitet, wurden bereits einige Schutzmaßnahmen wie Fiebermessen bei allen Passagieren internationaler Flüge eingeführt.

Unterdessen hat die Schweiz ihren ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Eine mit dem Erreger infizierte Patientin sei in der Nacht auf Donnerstag in einem Krankenhaus in Lausanne gestorben, teilte die Polizei im Kanton Waadt mit. Die 74-Jährige war demnach am Dienstag in das Krankenhaus eingeliefert worden. Im Iran bleiben indes die Schulen und Hochschulen bis 19. März über geschlossen.

Für die Schweizer Patientin hatte ein erhöhtes Risiko bestanden, sie litt an einer chronischen Erkrankung, wie es vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den Behörden des Kantons hieß. In der Schweiz wurden bisher 58 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, das die Atemwegserkrankung Covid-19 auslösen kann. Der erste Fall wurde in der vergangenen Woche bekannt. Bei 2.675 Personen mit Verdacht auf eine Ansteckung fielen die Tests negativ aus. Zahlreiche Personen wurden unter Quarantäne gestellt.

Im US-Staat Kalifornien wurde wegen des Virus indes der Ausnahmezustand erklärt. Gouverneur Gavin Newsom teilte am Mittwoch in Sacramento mit, dass 53 Infektionen im bevölkerungsreichsten Staat der USA bestätigt worden seien. Wenige Stunden zuvor war das erste Todesopfer durch das Coronavirus in Kalifornien bekanntgegeben worden. Es handelte sich um den ersten Todesfall außerhalb des Staates Washington, in dem das Coronavirus in den USA als erstes festgestellt worden war. Dort sind bereits zehn Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

In Italien ist die Zahl der Toten durch das Coronavirus auf 148 gestiegen, das sind 41 mehr als am Donnerstag. Die Zahl der Infizierten stieg um 590 Personen auf 3.296, sagte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli bei einer Pressekonferenz in Rom.

Indes stieg die Zahl der Neuinfektionen in China leicht an. Die Behörden melden für Mittwoch 139 Neuinfektionen, tags zuvor waren es 119. Die Zahl der Toten stieg um 31 auf 3.012. Von insgesamt 80.409 Infizierten wurden nach offiziellen Angaben 52.045 geheilt.

Die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen in Südkorea steigt unvermindert an. Seit Mittwoch seien 438 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Damit sei die Gesamtzahl auf bisher 5.766 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle kletterte demnach seit dem Vortag um drei auf 35. In keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Seit Tagen liegt die Zahl der Neuinfektionen in Südkorea deutlich über jener in China.

Aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus hat Israel ab Freitag 8.00 Uhr Ortszeit ein Einreiseverbot für sämtliche Reisende aus Österreich sowie Italien, Deutschland, Spanien, Frankreich und der Schweiz verhängt. Davon ausgenommen sind israelische Staatsbürger, Personen mit gültigem Aufenthaltsstatus in Israel sowie Personen, die sich in Israel 14 Tage in Heimquarantäne begeben können.

Die zweiwöchige Quarantäne müssen auch israelische Staatsbürger und Personen mit Aufenthaltsstatus einhalten. Für Reisende ist dafür eine taugliche Unterkunft wie eine Wohnung, ein Haus oder Ähnliches vorgeschrieben. Hotels erfüllen diese Kriterien nicht, betonte das Außenministerium. Dadurch fällt Israel für Urlaubsreisende de facto als Destination weg.

Derzeit befinden sich laut Außenministerium rund 600 österreichische Touristen in Israel. März ist „definitiv die Hauptreisezeit“, sagte Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer. Aktuell in Israel aufhältige Personen sind von den neuen Regelungen nicht betroffen, sagte er. Aufgrund dieser verschärften Sicherheitsmaßnahmen kann es aber zu Einschränkungen im Flugverkehr kommen, betonte Guschelbauer im Gespräch mit der APA. Betroffene sollen sich daher unbedingt mit der Fluglinie oder dem jeweiligen Reiseanbieter in Verbindung setzen.

Neben Israel lässt auch Tadschikistan wegen der Ausbreitung des Coronavirus keine Österreicher mehr einreisen. Diese Regelung gilt laut Guschelbauer bereits seit ein paar Tagen. Dem Außenministerium sind keine Probleme von Österreichern in Tadschikistan bekannt. Die Einreisesperre in die Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien gilt neben Österreich für über 30 weitere Staaten.


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