„Erfreulich großes Interesse an der Dorfentwicklung“ in Serfaus

Externer Kommunalentwickler stellt dem Serfauser Zukunftsprojekt gutes Zeugnis aus: Bürgerbeteiligung überdurchschnittlich groß.

Serfaus ist die tourismusintensivste Gemeinde Tirols. Doch die heimische Bevölkerung weiß: Die Freizeitwirtschaft ist kein Ruhekissen.
© Kirschner

Serfaus – Auch die Studenten des Landecker Bachelorstudiums nutzen diese Kennziffer: Mit 1097 Übernachtungen pro Kopf ist Serfaus aktuell die tourismusintensivste Gemeinde Tirols.

Wie zukunftsfähig ist das Dorf? – Um diese zentrale Frage beantworten zu können, hat die Gemeinde das zweijährige Dorfentwicklungsprojekt „Ins’r Zukunft z’liab“ ins Leben gerufen.

„Das Projekt geht heuer ins Finale“, sagte Gerald Mathis vom Vorarlberger Institut für Standort-, Regional- und Kommunalentwicklung auf TT-Anfrage. Für den erfahrenen Koordinator zeichnet sich unabhängig von den Themen ein Erfolg ab: „Die Bürgerbeteiligung am Projekt bzw. in den Arbeitskreisen ist überdurchschnittlich groß. Das ist in Hinblick auf die Akzeptanz der Zukunftsstrategie im Dorf sehr wichtig.“

Die Serfauser reden bei der Dorfentwicklung kräftig mit. Das ist wichtig in Hinblick auf die Zukunftsstrategie.
Gerald Mathis
 (Kommunalentwickler)

Die Arbeitskreise haben, so Mathis, wertvolle Arbeit geleistet. Zehn Handlungsfelder für das 1125-Einwohner-Dorf liegen vor. Für die Gemeinde gibt es dazu einen Maßnahmenkatalog, den sie schrittweise umsetzen soll.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

„Der Themenbogen reicht von nachhaltigen Verkehrslösungen, etwa öffentlicher Taktverkehr und Car-Sharing, bis zu Energieprojekten, innovativer Landwirtschaft und Klimaschutz-Aktivitäten“, schilderte kürzlich Bürgermeister Paul Greiter. Zudem sollen Bewusstseinsbildung und Identität der Serfauser mit „ihrem“ Dorf gestärkt werden. „Unsere Zukunftsthemen sollen aber nicht nur auf dem Papier stehen“, plädierte Greiter, „sie sollen umbesetzt werden können.“

Vor dem Hintergrund, dass Serfaus ein Abwanderungsproblem habe, ist Experte Mathis überzeugt: „Ein entscheidender Punkt wird sein, dass für die junge Generation leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht.“ Attraktive Rahmenbedingungen müsse es auch für die zahlreiche Tourismusmitarbeiter geben. Greiter und Mathis sprechen von Bildungsabwanderung und Brain-Drain (Talentabwanderung). „Die Herausforderung liegt darin, alternative Arbeitsplätze anbieten zu können“, so der Kommunalentwickler. Die Breitbandinfrastruktur im Dorf könne zur Einrichtung von Co-Working-Spaces genutzt werden. Dabei wird ein Arbeitsplatz abwechselnd von mehreren Personen genutzt. (hwe)


Kommentieren


Schlagworte