Am Mittwoch wird es ernst für Studentencampus in Innsbruck

FPÖ-Chef Markus Abwerzger und Stadtrat Federspiel kritisieren Willis Flüchtlingspolitik.
© Thomas Boehm / TT

Rund 620 Euro für 40 Quadratmeter im Schnitt für studentisches Wohnen sind nicht akzeptabel. Das sagt Bürgermeister Georg Willi (Grüne) zur aktuellen Studie des Immobilienportals „immowelt“. Die Stadtregierung habe den dringenden Handlungsbedarf bereits erkannt. In einem um den Stadtplanungsausschuss erweiterten Stadtsenat wird Mittwoch die Studie der Stadtplanung und Maßnahmen der Stadt behandelt. Willi: „Mit einem Heim kommen wir hier nicht weit: Deswegen wurden 15 Standorte geprüft, 12 sind geeignet.“ Das Land Tirol stelle im Regierungsprogramm 50 Millionen für studentisches Wohnen bereit, Innsbruck sei „bereit, in die Umsetzung zu kommen“, und werde zum runden Tisch mit potenziellen Heimbetreibern und dem Land Tirol einladen.

Von der Landes-ÖVP erntet Willi trotzdem eine heftige Schelte. „Innsbruck ist die teuerste Stadt Österreichs. Die Mieten am Universitätsstandort explodieren und Bürgermeister Willi sieht seit Monaten untätig zu“, wirft Landtagsabgeordnete Sophia Kircher dem Bürgermeister vor. Innsbruck sei am Zug und gefordert, „ein passendes Grundstück zu finden“.

Die Stadt müsse erneut über Vorbehaltsflächen für den geförderten Wohnraum nachdenken, drängt der Innsbrucker SPÖ-Chef und Gemeinderat Benjamin Plach auf Änderungen in der Raumordnung.

Heftige Kritik übt die FPÖ an Willis Angebot, 200 Flüchtlinge in Innsbruck aufzunehmen. „Wir sind schon voll und haben seit Jahren bereits massive Sicherheitsprobleme. Daher muss die Bevölkerung vor neuem Zuzug geschützt werden“, sagt FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel. Als wenig krisenfest bezeichnet Landesparteiobmann Markus Abwerzger die schwarz-grüne Landesregierung in der Flüchtlingsfrage. Die Innsbrucker ÖVP lehnt Willis Vorschlag ebenfalls ab und empfiehlt vielmehr eine Soforthilfe für das internationale Rote Kreuz. (pn)


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