Ausschreitungen an der griechisch-türkischen Grenze

An der griechisch-türkischen Grenze ist es am Freitag erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Flüchtlingen gekommen. Die griechische Polizei setzte Tränengas gegen Menschen ein, die versuchten, die Grenzzäune zu durchbrechen, wie Reporter der AFP berichteten. Die Flüchtlinge warfen mit Steinen nach den Einsatzkräften. Athen warf der Türkei vor, Rauchgranaten abgefeuert zu haben.

Ein griechischer Beamter sprach von „koordinierten Angriffen“. Auch Tränengas soll seitens der Türken eingesetzt worden sein. Die griechischen Behörden beschuldigten die Türkei zudem, Schneidegeräte an die Flüchtlinge zu verteilen, damit diese die Grenzzäune zu Griechenland durchtrennen können.

Nachdem sich die Lage rasch wieder beruhigt hatte, versammelten sich hunderte Migranten auf der griechischen Seite nahe des türkischen Grenzübergangs Pazarkule und skandierten „Freiheit“, „Frieden“ und „Öffnet die Tore“. Einige von ihnen hielten Schilder in die Höhe mit der Aufschrift: „Wir wollen in Frieden leben.“

Die Konfrontation zwischen der Türkei und Griechenland wegen des Flüchtlingsandrangs im Grenzgebiet hatte sich zuletzt verschärft. Die Türkei hat zusätzliche Polizisten an die Grenze verlegt, wo sich Zehntausende Menschen aufhalten, die in die EU wollen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor einigen Tagen erklärt, die Grenze zur EU sei für Migranten und Flüchtlinge wieder offen.

Auslöser für die Spannungen sind vor allem Kämpfe um das syrische Idlib, in deren Folge erneut Hunderttausende Menschen auf der Flucht sind. Die Türkei hat bereits rund 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Erdogan fordert deshalb von der EU mehr Hilfe. Ein Sprecher des türkischen Präsidialamtes sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, die jüngst in der Provinz Idlib in Kraft getretene Waffenruhe - die allerdings am Freitag bereits mehrfach gebrochen wurde - bedeute nicht, dass Ankara seine Grenzen zu Europa wieder schließen werde.


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