Regierung führt Gütesiegel für gerechtes Einkommen ein

Die Forderung von Frauen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist nicht neu. Die Regierung hat nun ein „Equal Pay Siegel“ für die innerbetriebliche Frauenförderung präsentiert, mit dem in dieser Hinsicht vorbildliche Unternehmen ausgezeichnet werden sollen. Denn Frauenpolitik ist auch Wirtschaftspolitik, wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) betonte.

„Investitionen in Frauenförderung sind Investitionen, die sich wirklich lohnen“, sagte sie bei der Präsentation des Gütesiegels „equalitA“ am Freitag. Es könne nicht sein, 50 Prozent des Potenzials brach liegen zu lassen, so Schramböck. Schon während ihrer ersten Amtszeit als Ministerin habe sie begonnen, dieses Gütesiegel zu entwickeln, in den vergangenen Wochen sei der Feinschliff erfolgt. Mit dem Gütesiegel gebe es nun die erste derartige Auszeichnung für Unternehmen, die die Frauenförderung in den Mittelpunkt stellt.

Die dazugehörige Marke des Siegels, das „equalitA“-Zeichen, enthalte die Gleichheit, die Qualität und den Standort Österreich, bemerkte Schramböck. Insgesamt solle das Gütesiegel ein Zeichen für die Attraktivität von Unternehmen sein, sagte die Wirtschaftsministerin. Bewerben könne man sich ab sofort bis 12. Juni. Zehn Kriterien müsse man erfüllen, einige davon sind etwa ein hoher Anteil von Frauen in Führungspositionen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und strukturelle Maßnahmen zur Frauenförderung ebenso wie Maßnahmen zur Einkommenstransparenz.

Die Idee hinter dem „Equal Pay Siegel“ ist, dass Unternehmen, die schon Frauenförderung betreiben, sichtbar gemacht werden. Andere Unternehmen sollen dadurch motiviert werden. „Es soll ein Anreiz sein“, sagte Schramböck. Als Unternehmen könne man sich mit dem Gütesiegel am Markt differenzieren. Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) befürwortet das Siegel ebenso und sagte, Frauen könnten sich dadurch gezielt Unternehmen aussuchen, bei denen Gleichheit gelebt wird.

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In Sachen Einkommensschere helfe das Gütesiegel wohl auch, meine Raab bei der Präsentation am Freitag. Die Unterschiede würden immer noch bei fast 20 Prozent liegen, kritisierte sie und zeigte sich überzeugt, dass man auch die Unternehmen auf seiner Seite brauche, um Verbesserungen herbeizuführen. „Frauen müssen in allen Unternehmen und Führungspositionen präsent sein“, forderte sie.

Vor der Präsentation des Gütesiegels für Unternehmen hatte Raab am Freitag schon eine Polizeiinspektion in Wien besucht, gemeinsam mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Die beiden machten bei dem Termin darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, mehr weibliche Ansprechstellen bei der Polizei zu schaffen - vor allem weil Frauen häufig Opfer sexueller Gewalt werden. Wenn man in Sicherheitsfragen von Frau zu Frau sprechen könne, hätte man „eine vertrauensvollere Basis“, meinte Frauenministerin Raab. Sie möchte sich dafür einsetzen, dass der Frauenanteil bei der Polizei steigt, vor allem bei sogenannten Präventionsbeamten.


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