Leichter Anstieg der Coronavirus-Fälle in Österreich

In Österreich ist die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen wieder leicht gestiegen. Das Gesundheitsministerium berichtete zunächst am Freitagvormittag von 47 Fällen, drei mehr als am Vortag. Drei weitere Infektionen wurden in Wien gemeldet. In Wien-Alsergrund wurde deswegen eine Klasse der Privatschule Lycee Francais de Vienne abgesondert. Andere Schulen wurden vorsorglich geschlossen.

Bei den neuesten Fällen in Wien handelt es sich um eine Mutter und ihre beiden Söhne, die sich bei einer religiösen Veranstaltung im Elsass infiziert haben dürften. Einer der Söhne besucht das Lycee Francais de Vienne, eine Privatschule in Wien-Alsergrund. Die gesamte Klasse des Burschen wurde abgesondert. Die infizierte Familie befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Ganz gesperrt wurde unterdessen eine Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund wegen zwei Coronavirus-Verdachtsfällen im Lehrkörper gesperrt. Die beiden möglicherweise infizierten Lehrerinnen wurden mittlerweile getestet. Nach Vorliegen der Ergebnisse im Laufe des Tages werden weitere Veranlassungen getroffen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker. Die Schließung wurde von den Gesundheitsbehörden in Abstimmung mit der Bildungsdirektion veranlasst. Von der Vorsichtsmaßnahme sind rund 200 Schüler und 35 Lehrpersonen betroffen. Eine der beiden unter Coronavirus-Verdacht stehenden Lehrerinnen der am Freitag gesperrten Wiener Volksschule stand offenbar in Kontakt zu der bisher einzigen bestätigten Covid-19-Patientin in Kärnten.

Auch die International School Carinthia in Velden ist wegen des Coronavirus am Freitag vorsorglich geschlossen geblieben. Wie die Schule auf ihrer Homepage mitteilte, handelte es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme - auch hier hatte eine Lehrerin Kontakt mit der Kärntner Coronavirus-Patientin, deren Erkrankung am Donnerstag bekanntgegeben wurde.

Am Landesklinikum Korneuburg wurde eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet. Die Frau war im Labor tätig, bestätigte Bernhard Jany von der Landeskliniken-Holding einen ORF-Bericht. Sie habe keine Patientenkontakte gehabt. Die Frau weise leichte Symptome auf und befinde sich in häuslicher Quarantäne. Etwa 30 ihrer Kollegen müssten derzeit ebenfalls zu Hause bleiben. Dabei handle es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte der Sprecher.

Am Gymnasium Stockerau (Bezirk Korneuburg) wurde ein Mädchen positiv auf das Virus getestet. Mitschüler in der Klasse der Infizierten und Lehrer befinden sich nach Angaben aus dem Büro von Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Freitag in häuslicher Quarantäne. Sollten Symptome auftreten, würden sie ebenfalls getestet.

Die Befürchtung, dass eine Lehrerin einer Schule in Mellau (Bregenzerwald) mit dem Coronavirus infiziert sein könnte, bestätigte sich vorerst nicht. Der durchgeführte Test brachte ein negatives Ergebnis, informierte die Landespressestelle.

Nach dem Auftreten eines Corona-Falls bei einem britischen Urlauber in Saalbach-Hinterglemm (Pinzgau) am Donnerstag sind derzeit nur der 61-jährige Erkrankte und seine neun Reisebegleiter in ihrem Hotel in Quarantäne. Für die übrigen 35 Gäste, das Personal und den Besitzer des Betriebs ist aus Sicht der Gesundheitsbehörden momentan keine Isolierung notwendig. „Nachdem die Mitglieder der britischen Reisegruppe im Hotel zumeist unter sich blieben und in einem separaten Raum ihre Mahlzeiten eingenommen haben, sind diese nie länger als ein paar Minuten in direktem Kontakt mit anderen Personen gewesen“, teilte Bezirkshauptmann Bernhard Gratz mit.

Zuvor hatte das Außenministerium für Reisen in Südkorea und den Iran eine Reisewarnung der höchsten Stufe (Sicherheitsstufe 6) verhängt. Reisenden wird empfohlen diese Länder - zumindest vorübergehend - möglichst rasch zu verlassen. Bis zur Ausreise wird angeraten, größere Menschenansammlungen zu vermeiden und den Anweisungen der lokalen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Partielle Reisewarnungen des Außenministeriums in Wien bestehen weiterhin für China und Italien. Reisende aus Österreich dürfen vorerst nicht mehr nach Israel, Tadschikistan und Bhutan. Island wiederum rät sehr spezifisch von Trips in den Tiroler Wintersportort Ischgl ab.


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