Parteien deponieren ihre Forderungen vor Frauentag

Der Internationale Frauentag am kommenden Sonntag bietet für Parteien und Organisationen einen Anlass, um auf Forderungen und Anliegen aufmerksam zu machen. Die ÖVP pochte am Freitag auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, die Grünen lobten die im Regierungsprogramm angekündigte Frauenquote. Die SPÖ-Frauen erinnerten an ihre Dialogtour zum Thema Arbeit und auch die FPÖ tritt für Frauen ein.

ÖVP Frauen-Chefin Juliane Bogner-Strauß pochte auf finanzielle Unabhängigkeit von Frauen. Diese sei „die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr Leben so gestalten können, wie sie es wollen“, sagte sie. „Es ist unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker alles daran zu setzen, dass Frauen nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Chancen haben, und gleiche Chancen beginnen beim Einkommen.“

Die Grünen sehen Frauenquoten als richtiges Mittel, um qualifizierte Frauen in Führungspositionen zu bringen. Das erhöhe den Unternehmenserfolg und fördere die Gleichstellung der Geschlechter“, so Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen im Nationalrat. Das am Freitag präsentierte „Equal Pay Siegel“ sieht die grüne Frauensprecherin Meri Disoski als eine „gute erste bewusstseinsbildende Maßnahme, der viele weitere verpflichtende folgen müssen“, hielt sie fest.

Die SPÖ-Frauen erinnerten am Freitag an ihren Dialogtour zum Thema Arbeit, die am Frauentag startet. „Frauen wollen für die gleiche und gleichwertige Arbeit gleich viel Geld wie Männer“, sagte Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek. „Lohn und Gehalt müssen transparenter werden“, forderte sie. Zentrale Themen sind für die SPÖ etwa ein kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei, ein Lohngesetz mit Strafen bei Unterbezahlung nach dem Vorbild Islands und ein leichterer Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit.

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Der stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann Manfred Haimbuchner bezeichnete den Kampf für Frauenrechte nicht als Frage von linker oder rechter Gesinnung, sondern als zivilisatorische Selbstverständlichkeit. Frauen vor systematischer Gewalt zu schützen, ihnen in sozialen Einrichtungen bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen und den Zugang zum Recht zu vereinfachen seien freiheitliche Kernanliegen, teilte er mit.

Die NEOS setzen im Jahr 2020 einen frauenpolitischen Schwerpunkt zum Thema Altersarmut. „Ungleiche Bezahlung während einer Erwerbstätigkeit, aber vor allem deutlich längere Erwerbsunterbrechungen, bedeuten auch niedrigere Frauenpensionen“, betonte NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter.

„Hier müssen wir etwas tun, um Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt und dadurch ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben im Alter zu ermöglichen“, sagte sie. Daher habe der Weltfrauentag auch im Jahr 2020 nichts an Aktualität verloren.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner nützt den Frauentag, um das Thema „Frauen beim Bundesheer“ in den Mittelpunkt zu stellen. „Seit fast 100 Jahren kämpfen Frauen für Gleichberechtigung und Wertschätzung“, teilte sie mit. Das Bundesheer biete jungen Frauen interessante berufliche Perspektiven und sei Vorreiter im Bereich Gleichbehandlung, so Tanner. „Zwischen Kameradin und Kamerad gibt es keine Unterschiede. Beide haben die gleichen Chancen und bekommen die gleiche Bezahlung.“

Der Gemeindebund sieht „Bürgermeisterinnen als starke Vorbilder für Frauen in allen Lebenswelten“, teilte er vor dem Weltfrauentag mit. 181 Frauen bekleiden laut einer Aussendung derzeit das Amt der Bürgermeisterin, das entspricht einem geringen Anteil von 8,6 Prozent. Zählt man Bürgermeister, Vizebürgermeister und Gemeinderäte zusammen, erreichen Frauen immerhin einen Anteil von 23 Prozent bei den Gemeindevertretern.


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