Zahl der positiv Coronavirus-Getesteten auf 86 gestiegen

86 Personen in Österreich sind bis Samstagabend positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden - vier im Burgenland, 23 in Niederösterreich, je sieben in Oberösterreich, Salzburg und Tirol, acht in der Steiermark, 28 in Wien und jeweils einer in Kärnten und Vorarlberg. Insgesamt wurden bisher 4.308 Testungen in Österreich durchgeführt.

Weltweit wurden bisher laut John Hopkins Universität insgesamt 102.469 bestätigte Fälle bekannt gegeben. Die Anzahl der Todesfälle beträgt diesen Daten zufolge weltweit derzeit 3.491, die Anzahl der Genesenen 57.426.

In Wien wurden im Laufe des Samstag fünf weitere Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Damit stieg die Zahl der Covid-19-Erkrankungen in der Bundeshauptstadt auf 28, wie Corina Had, Mediensprecherin der Wiener Berufsrettung, mitteilte. Alle fünf Patienten seien über den Ärztefunkdienst ausfindig gemacht worden. Weitere Details zu den Fällen kündigte Had für Sonntag an.

Entwarnung gibt es für die Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund: Zwei unter Coronavirus-Verdacht stehende Lehrerinnen wurden negativ getestet. Damit findet der Unterricht am Montag ganz normal statt. Die beiden Leherinnen bleiben zur Sicherheit noch in häuslicher Absonderung. Diese Maßnahme gilt für 14 Tage. In Wien ist die Zahl der Infizierten mit 23 bis Samstagmittag übrigens gleich geblieben.

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Zwei weitere Steirer bekamen am Samstag ein positives Testergebnis für das neuartige Coronavirus Covid-19. Wie die Landessanitätsdirektion berichtete, dürften sich die 68-jährige Frau und der 75-jährige Mann auf einer Kreuzfahrt angesteckt haben. Während sich die Frau in häuslicher Quarantäne befand, musste der Mann stationär aufgenommen werden. Beide kommen aus der Oststeiermark. „Die Erhebungen und Abklärungen im Umfeld der Betroffenen sind im Laufen“, so die Landessanitätsdirektion. Die Anzahl der Coronavirus-Infizierten in der Steiermark ist damit auf acht Personen gestiegen.

In Oberösterreich und Salzburg erhöhte sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen am Samstagabend um insgesamt fünf Personen. In Oberösterreich handelt es sich um drei Menschen, die im selben Reisebus nach Südtirol waren, wie die beiden schon in den vergangenen Tagen bestätigten Fälle. Erkrankt sind eine Frau aus Linz sowie zwei Männer aus dem Bezirk Wels-Land (Gunskirchen) und Urfahr-Umgebung (Altenberg), teilte die oberösterreichische Landeskorrespondenz in einer Aussendung mit. Alle drei Personen befinden sich in häuslicher Pflege.

In Salzburg wurden zwei Mitglieder einer zehnköpfigen britischen Reisegruppe infiziert, die sich seit Bekanntwerden eines ersten Ansteckungsfalls am Donnerstag in einem Hotel in Saalbach-Hinterglemm in Quarantäne befinden. Die beiden Männer sind 44 und 49 Jahre alt und wurden vorsorglich ins Uniklinikum Salzburg gebracht, teilte das Land Salzburg am Samstagabend mit.

Die 14 in häuslicher Absonderung befindlichen Kontaktpersonen einer 28-jährigen Kärntnerin, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hatte, zeigten vorerst keine Symptome oder Hinweise auf eine mögliche Ansteckung. Das gab der Kärntner Landespressedienst am Samstag bekannt. Die 28-Jährige aus dem Bezirk Völkermarkt sei weiterhin mit milden Symptomen wohlauf, hieß es. Für eine weitere Woche ausgesetzt wird der Schulbesuch von zehn italienischen Schülern des slowenischen Gymnasiums in Klagenfurt, die ihren Hauptwohnsitz in Italien haben. Die Schüler werden online unterrichtet.

Bei der Anhaltung eines Reisebusses am Donnerstag in Wien staunten unterdessen Zöllner nicht schlecht: Unter anderem stießen die Beamten auf 21.000 Einmal-Mundschutzmasken. Das Fahrzeug eines türkischen Busunternehmens war schon in der Vergangenheit durch Mitnahme von Schmuggelwaren aufgefallen, berichtete das Finanzministerium am Samstag. Die Fahrt der vier Lenker im Alter von 40 bis 50 Jahren sowie dreier Passagiere aus der Türkei nach Deutschland war somit vorerst zu Ende.

Neben den Schutzmasken stellten die Zöllner 25 Kilo Fleisch, 1.200 Zigaretten und verschiedenen anderen Waren sicher. Angesichts der aktuellen Nachfrage hätten die Schmuggler Schätzungen zufolge aus dem Verkauf der Masken „mindestens 50.000 Euro Gewinn“ lukrieren können, berichtete das Ministerium.

Die konfiszierten Einmal-Mundschutzmasken wiesen auch keine CE-Zertifizierung auf. Durch diese bestätigen Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht. „Auch sonst konnte keinerlei Hinweis darauf gefunden werden, dass es sich um geprüfte Medizinprodukte handelt“, hieß es in einer Aussendung des Finanzministeriums.

Im Sinne der Produktsicherheit riet der Zoll grundsätzlich davon ab, Medizinprodukte auf ungeprüften, nicht kontrollierten Handelswegen zu beziehen. Die Risiken beim Kauf medizinischer Waren aus ungesicherten Quellen seien nicht zu unterschätzen. Die Nachfrage nach solchen Einmal-Mundschutzmasken ist angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation ungebrochen. Selbst auf privaten Online-Marktplätzen werden Masken zum Verkauf angeboten.

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hält fest, dass Einmal-Mundschutzmasken kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien sind, die in der Luft übertragen werden. Sie können aber beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten zu verringern. „Es kann davon ausgegangen werden, dass bei den aufgegriffenen, nicht zertifizierten Masken auch dieser Effekt nicht gewährleistet werden kann“, betonte das Ministerium. Außerdem könne nicht geklärt werden, wo diese Masken unter welchen Umständen produziert wurden.

Die Zahl der geplanten, nicht akuten Eingriffe an den Unfallkrankenhäusern der AUVA wird bis auf weiteres begrenzt - „nach genauer Einzelfallüberprüfung“, wie am Samstag betont wurde. Um angesichts der Herausforderungen durch das neuartige Coronavirus auch mittel- bzw. langfristig die unfallchirurgische Versorgung sicherzustellen, setzte man auf einen ressourcenschonenden Einsatz der Mittel.

Betroffene Patientinnen und Patienten werden direkt informiert und bekommen so rasch wie möglich einen neuen Termin für ihre geplante Operation, hieß es in einer Aussendung. Ziel dieser vorausschauenden Maßnahme sei die Sicherstellung, dass Arbeitsunfälle und Patienten, die dringend unfallchirurgische Behandlung benötigen, weiterhin prioritär versorgt werden. Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus stellen die ÖBB ihre Nachtzugverbindungen nach Oberitalien ein. Betroffen davon ist der ÖBB Nightjet nach Mailand und jener nach Venedig. Aufgrund der verschärften Reisewarnungen für die Regionen Lombardei und Venetien werden darüber hinaus ab Samstag keine ÖBB-Zugbegleiter sowie im Auftrag der ÖBB tätiges Catering-Personal mehr in diese italienischen Regionen fahren, so ÖBB-Kommunikationschef Sven Pusswald in einer Aussendung am späten Samstagabend. Ebenso eingestellt werde die InterCity-Busverbindung von Klagenfurt/Villach nach Venedig.

Die Tageszugverbindungen nach Bologna, Udine, Triest, Verona und Venedig bleiben laut ÖBB bis auf Weiteres aufrecht, da diese Züge auf italienischer Seite von italienischen Partnerbahnen geführt werden. Die ÖBB betonen in der Aussendung, dass Züge von und nach Italien einer zusätzlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen werden. Zugverbindungen nach Bozen in Südtirol würden von den ÖBB ebenso weitergeführt wie bis auf weiteres der ÖBB Nightjet nach Rom. Die Auswirkungen auf Fahrgäste schätzen die ÖBB derzeit gering ein, da die Buchungslage für Züge nach Italien in den letzten Wochen deutlich gesunken sei.


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