Bischofskonferenz wählt Nachfolger Schönborns

Kardinal Christoph Schönborn gibt kommende Woche den Vorsitz bei der Österreichischen Bischofskonferenz ab. Wer sein Nachfolger wird, ist offen: Alle neun Diözesanbischöfe stehen bei der Frühjahrsvollversammlung im Tiroler Bildungshaus St. Michael in Pfons zur Wahl. Chancen werden aber vor allem dem Salzburger Erzbischof Franz Lackner und dem Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer zugerechnet.

Offiziell endet Schönborns Vorsitz am Dienstag, er hatte im Vorfeld seines 75. Geburtstages seinen Rückzug angekündigt. Sein Nachfolger muss aus dem Kreis der neun Diözesanbischöfe kommen, aktiv antreten muss keiner davon. Das Statut sieht eine Zweidrittelmehrheit der wahlberechtigten Mitglieder für die Wahl zum Episkopatsvorsitzenden vor. Ab dem dritten Wahlgang genügt die relative Mehrheit.

Mit seinen 22 Jahren an der Spitze der Bischofskonferenz hat Kardinal Schönborn die zweitlängste Amtszeit aller Vorsitzenden in der Zweiten Republik. Nur Kardinal Franz König war noch länger Vorsitzender. Der Episkopatsvorsitzende ist laut „Kathpress“ kirchenrechtlich gesehen kein „Oberbischof“ und hat daher auch keine Befugnisse, in die vom Kirchenrecht klar geregelten und sehr umfassenden Kompetenz der Diözesanbischöfe einzugreifen.

Formal wird der Vorsitzende der Bischofskonferenz für sechs Jahre gewählt. Er leitet die Vollversammlung, die er zuvor einberufen und mit Unterstützung des Generalsekretärs vorbereitet hat. Seine Aufgabe ist nach innen mehr die eines Moderators unter den Bischöfen, gleichzeitig ist er nach außen Stimme und Gesicht des österreichischen Episkopats.

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In Kirchenkreisen werden Schönborns Stellvertreter in der Bischofskonferenz, dem Salzburger Erzbischof Lackner, gute Chancen zugerechnet. Auch Scheuers Name fiel bereits im Vorfeld der Wahl. Als Nachfolger Schönborns an der Spitze der Erzdiözese Wien wird der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hoch gehandelt. Am Ende liegt die Entscheidung jedoch - wie immer in solchen Fällen - bei der Bischofskongregation in Rom und Papst Franziskus.

Die Frühjahrsvollversammlung des Episkopats wird am Montag eröffnet und dauert bis Donnerstag. Wann die Wahl des neuen Vorsitzenden genau erfolgt steht noch nicht fest. Vorgestellt werden soll er am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien.


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