Rapid „behäbig“, als Ligadritter aber guter Dinge

Rapid geht trotz einer mäßigen Leistung in Wolfsberg zuversichtlich in die Meisterrunde der Fußball-Bundesliga. Die Hütteldorfer retteten am Samstag im Kampf um die Europacup-Plätze ihren kleinen Vorteil gegenüber dem WAC. Nach dem 2:2 im Lavanttal und der folgenden Punkteteilung haben die Grün-Weißen einen Zähler mehr auf dem Konto als die viertplatzierten Kärntner.

Behauptet Rapid Platz drei auch in den ausständigen zehn Runden des Finaldurchganges, könnte als Belohnung ein Fixticket für die Europa-League-Gruppenphase warten. Dieses geht an den Ligadritten, sofern Serienmeister Salzburg das Cupfinale gegen Austria Lustenau gewinnt und sich als eines der beiden Topteams der Liga einen Platz in der Champions-League-Qualifikation sichert.

Rapid gastiert nächsten Sonntag (17.00 Uhr) zum Auftakt der Meisterrunde in Salzburg. Christopher Dibon dürfte dabei fehlen. Der Verteidiger erlitt in Wolfsberg eine Rissquetschwunde am Fuß und wurde bereits in der Pause genäht. Sein Ausfall wog schwer, kassierten die Wiener doch danach zwei Gegentore aus Kopfbällen nach Standards - vom lediglich 1,74 m großen Shon Weissman.

„Ich glaube nicht, dass er ein Henker ist, der alle überspringen kann. Das müssen wir uns ankreiden“, erklärte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer auf Sky. Der Burgenländer war mit der Darbietung im Lavanttal nicht zufrieden, auch wenn sein Team mittlerweile neun Runden ungeschlagen ist. „Wir haben behäbig gespielt, wir haben wenig Spielverlagerungen gemacht. Ich bin überzeugt, wenn der eine oder andere einen besseren Tag gehabt hätte, wäre mehr drinnengewesen.“

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Am Ende mussten die Hütteldorfer froh sein, nach dem späten Ausgleich durch Maximilian Hofmann noch einen Zähler mitgenommen zu haben. „Es war kein gutes Spiel von uns, das wissen wir“, sagte der Ausgleichstorschütze. „Wichtig war der eine Punkt, dass wir vor dem WAC bleiben. Jetzt können wir oben angreifen.“

Durch die Punkteteilung rückt die Liga zusammen - auch Tabellenführer LASK und Salzburg sind nicht mehr völlig außer Reichweite. Die Tuchfühlung mit den Bullen könnte bei einer Niederlage am Sonntag aber bereits wieder verloren gehen. Topscorer Taxiarchis Fountas sollte Rapid in Salzburg wieder zur Verfügung stehen. Der Grieche erlitt beim WAC wie in der Vorwoche Kapitän Stefan Schwab eine leichte Kopfverletzung, genauere Untersuchungen sollten folgen.

Noch deutlich mehr Ligatore als Fountas (14) hat Weissman auf dem Konto. Der Israeli hält als Führender der Schützenliste bei 22 Volltreffern. So oft, nämlich 23-mal, hatte in der Bundesliga nach 22 Runden zuletzt Philipp Hosiner 2012/13 getroffen, als er die Austria zum Meistertitel schoss. „Es ist schön, wenn man in jedem Spiel ein Tor schießt“, sagte Weissman nach seinem Doppelpack. „Ich möchte so weitermachen. Wir haben allen gezeigt, dass wir ein sehr gutes Team sind.“

Den drei Punkten und dem dadurch verpassten Vorstoß auf Platz drei trauerte man beim WAC aber ein wenig nach. „Wie Rapid hier zu einem Punkt kommt, wissen sie, glaube ich, selber nicht“, meinte Michael Liendl. Der WAC-Kapitän ist mit 15 Assists der mit Abstand beste Vorbereiter der Liga. „Wir spielen eine richtig gute Saison“, betonte Liendl. Trotz der Doppelbelastung mit der Europa League habe man im Grunddurchgang mehr Punkte als im Vorjahr geholt - 38 gegenüber damals 30.

Auch Neo-Trainer Ferdinand Feldhofer betonte das Positive. „Es hat keiner gewusst, wo wir stehen“, erinnerte der Ex-Rapidler an den „Aderlass“ in der Winterpause. Mit Michael Sollbauer, Marcel Ritzmaier und Anderson Niangbo verließen drei Leistungsträger den Club. Dazu heuerte Feldhofer selbst als neuer Chefcoach an. Der Auftritt gegen Rapid gibt ihm ein „gutes Gefühl“ für die Meisterrunde. „Ich glaube, wir sind bereit.“ Zum Auftakt der heißen Phase geht es am Sonntag (14.30 Uhr) auswärts gegen Sturm Graz - und für Feldhofer damit wieder gegen einen Club, mit dem er als Spieler Meister war.


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