Ferrero-Waldner und Plassnik mit höchsten Vertrauenswerten

Zum Weltfrauentag am Sonntag hat OGM die seit 2003 erhobenen Vertrauenswerte heimischer Politikerinnen ausgewertet. Ergebnis: Die besten Werte hatten die früheren ÖVP-Außenministerinnen Benita Ferrero-Waldner und Ursula Plassnik vor der 2014 verstorbenen SPÖ-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Prammer war auch eine der wenigen Politikerinnen, die ihre Werte im Lauf der Zeit verbessern konnte.

Für den APA/OGM-Vertrauensindex werden repräsentativ ausgewählte Österreicherinnen und Österreicher befragt, ob sie den einzelnen Politikern vertrauen oder nicht. Der Saldo aus den beiden Antworten ergibt den jeweiligen Vertrauenswert.

Im Frauenranking der aktuellen Regierung liegen mit Justizministerin Alma Zadic (16 Punkte) und Umweltministerin Leonore Gewessler (12) zwei Grüne vorne. In der Übergangsregierung erreichte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein mit 40 Punkten einen Spitzenwert. Alle drei wurden aber erst einmal abgefragt und bleiben in der Langzeitbetrachtung daher außen vor.

Die Politikerinnen, die im Lauf ihrer Karriere die durchschnittlich besten Werte erzielten, waren die früheren Außenministerinnen Ferrero-Waldner (35) und Plassnik (30) von der ÖVP. Dahinter folgen mit Prammer (22) und Ex-Justizministerin Maria Berger (14) zwei SPÖ-Frauen.

Prammer ist eine der wenigen Politikerinnen, die ihre Werte im Lauf der Zeit verbessern konnten: Von minus 9 auf über 30 Punkte. Ebenfalls zulegen konnte Prammers Nachfolgerin Doris Bures (SPÖ), die verstorbene Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und die frühere BZÖ-Justizministerin Karin Gastinger.

Die stärksten Abstürze mussten die frühere Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer und Ex-Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (beide ÖVP) hinnehmen. Erstere kam anfangs auf 30 Punkte und beendete ihre Karriere bei minus 43 Punkten, zweitere fiel von bis zu 16 Punkten auf minus 48 Punkte zurück.

Für OGM-Chef Walter Bachmayer zeigen die historischen Zahlen, dass die Vertrauenswerte stark vom jeweiligen Amt abhängen: „Das ideale Ministerium für gute Vertrauensbildung ist das Außenministerium.“ Dazu komme in der Regel auch das Nationalratspräsidium. Nicht ideal seien dagegen Jobs als Parteisekretär oder Klubchef. Siehe auch Bures: Sie ist die am längsten im „Vertrauensindex“ erfasste Politikerin, startete als SPÖ-Bundesgeschäftsführerin 2005 mit klar negativen Vertrauenswerten (bis zu -14 Punkte), konnte sich als Frauen- und später Verkehrsministerin etwas verbessern und lag als Zweite Nationalratspräsidentin zuletzt stabil im Plus.


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