Liste „Zukunft Zirl“: „Bei Rodung braucht es Augenmaß“

Holzarbeiten an Straßen würden oft ohne Gespür erfolgen, kritisiert die Liste „Zukunft Zirl“. Die Verantwortlichen weisen das zurück.

Finden Rodungen „überzogen“: Ersatz-GR Franz Reinhart und Vize-BM Iris Zangerl-Walser.
© Zukunft Zirl

Von Michael Domanig

Zirl – Bei Vize-BM Iris Zangerl-Walser und Ersatz-GR Franz Reinhart von der Liste Zukunft Zirl/VP herrscht Unverständnis: Sie orten bei Holzarbeiten und Rodungen an Straßen vielfach „fehlendes Augenmaß und Gespür“.

Als Beispiel nennen sie die Zirler Nordumfahrung im Bereich der Abzweigung Richtung Hochzirl: Bei einem „Zwickel“ nördlich und südlich der dortigen Unterführung unter der B 177/Seefelder Straße sei kürzlich im Auftrag der Landesstraßenverwaltung „alles ratzfatz niedergewalzt worden“, ärgert sich Reinhart, „nicht nur die Bäume, auch alle Sträucher“. Wertvoller Lebensraum für Insekten oder Vögel gehe so verloren.

Bei einer Begehung mit der Bezirksforstinspektion sei ihr jedoch zugesagt worden, dass man bei weiteren Arbeiten im Bereich Nordumfahrung (Russhütte) vorsichtig vorgehen und im Frühjahr schrittweise aufforsten werde, freut sich Zangerl-Walser.

Auch der Asfinag wirft „Zukunft Zirl“ vor, bei Rodungen „überzogen“ vorzugehen. Zangerl-Walser und Reinhart plädieren generell für „kleinräumige Abholzungen mit gleichzeitiger Aufforstung“.

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Werner Huber, Leiter des Baubezirksamts Innsbruck, weist die Kritik zurück: „Wir – und nicht die Zirler Vizebürgermeisterin – sind für die Sicherheit auf den Straßen verantwortlich.“ Wenn man feststelle, dass Bäume auf die Straße zu fallen drohen, müsse man handeln. Wobei alle Maßnahmen in Abstimmung mit der Bezirksforstinspektion erfolgen würden und man keineswegs „radikal“ vorgehe: „Wir wissen, was wir tun.“

Man versuche, einen fünf bis zehn Meter breiten Streifen an den Straßen von Gefahren freizuhalten, präzisiert Huber. Das funktioniere gut, Sperren wegen umgefallener Bäume seien selten.

Warum auch Sträucher entfernt werden müssen? Weil es dadurch oft zu Sichtbehinderungen, speziell in Kurven, komme, betont Huber. In Zirl habe man auch im Bereich der Lärmschutzwände an der Nordumfahrung Bäume entfernt, die zum Teil schon in die Wand hineingewachsen seien. „Diese Anlagen, für die Steuerzahler viel Geld zahlen, sind zu schützen.“ Und: Man forste sehr wohl wieder auf: „In Zirl setzen wir z. B. Eichen, Linden und Sträucher.“

Bei der Asfinag stellt man klar, dass man heuer auf Zirler Gemeindegebiet noch gar keine Arbeiten durchgeführt habe. Allgemein gelte aber, dass sämtliche Holzarbeiten in Abstimmung mit Bezirksforstinspektion, Bezirkshauptmannschaft und den Gemeinden stattfänden. Entschieden werde nach klaren Vorgaben auf Basis des österreichweiten Baumkatasters der Asfinag. Die Erstbeurteilung erfolgte durch Experten der Bundesforste, seither würden alle Grünstreifen der Asfinag regelmäßig durch geschulte Mitarbeiter kontrolliert.

Der Zirler Bürgermeister Thomas Öfner (Für Zirl) zieht in der Sache folgendes Fazit: „Für Sicherheit ist zu sorgen, aber ein möglichst schonendes Vorgehen ist dabei immer ein Anliegen.“


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