Eigene Anlage geplant: MPreis setzt auf grünen Wasserstoff

Hinter der Bäckerei Therese Mölk in Völs will das Unternehmen MPreis durch den Bau einer eigenen Wasserstoffproduktionsanlage seine Lkw-Flotte künftig CO2-neutral mit den Waren durchs Land schicken.

V. l. n. r.: Ernst Fleischhacker (Green Energy Center), Peter Paul Mölk, Julia Mölk (beide MPreis), LHStv. Josef Geisler, Stefanie Graber (Bäckerei Therese Mölk), Bürgermeister von Völs Erich Ruetz, Ewald Perwög (MPreis Sustainable Energy Solutions) beim Spatenstich für die Anlage zur Produktion von Wasserstoff.Foto: MPreis
© MPreis

Innsbruck, Völs – „Die Dinge gehen nicht von alleine“, sagte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (VP) beim gestrigen Spatenstich des Wasserstoffprojektes der Firma MPreis hinter der Bäckerei in Völs. Die Behörden seien mit dem Thema „Wasserstoff“ nicht vertraut gewesen, deshalb sei „der Vorlauf für dieses innovative Projekt holprig gewesen“. Tatsächlich hat der Projektverantwortliche Ewald Perwög von MPreis Sustainable Energy Solutions fünf Jahre bis zum Spatenstich um sämtliche Bewilligungen und Förderungen gekämpft. „Mut und Besonnenheit“ seien notwendig gewesen, berichtet Perwög. Besonders wichtig sei ihm gewesen, „einen wirtschaftlichen Rahmen für die Produktion von grünem Wasserstoff zu finden“. „Ich will nicht nur die Welt verbessern.“

Mit dem MPreis-Wasserstoffprojekt soll künftig mit Hilfe von Ökostrom grüner Wasserstoff produziert werden, erklärt Perwög. Dieser soll zunächst im Rahmen des EU-Projekts Demo4Grid zur testweisen Stromnetzregelung der Tiwag verwendet werden. In der Folge soll der so erzeugte Wasserstoff zur CO2-neutralen Beheizung der Bäckerei Therese Mölk verwendet werden und schließlich als Treibstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dienen, freut sich der Projektentwickler. „Langfristig wird MPreis alle Lkw auf Wasserstoffbetrieb umstellen und dann mit der Flotte emissionsfrei und CO2- neutral Waren ausliefern.“

Zusammengearbeitet wird von MPreis mit Partnern aus der Region. Strategie- und Projektentwicklung erfolgen etwa zusammen mit dem Tiroler EU-Projektpartner FEN-Systems im Green Energy Center. Für die technische Umsetzung wurde ILF aus Rum hinzugezogen, die Elektrolyse-Technologie stammt von der Schweizer Firma IHT. Begeistert zeigt sich beim Spatenstich auch Erich Ruetz, Bürgermeister von Völs. „Immerhin stehen wir am Naturdenkmal Völser Gießen.“ Die Bevölkerung habe große Bedenken gehabt, diese seien jetzt ausgeräumt, und er sei stolz auf das innovative Projekt in Völs. (ver)

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