Verkehr: Gemeinden Ehrwald, Lermoos und Biberwier preschen gemeinsam vor

Angesichts der anstehenden Verkehrsproblematiken wollen Ehrwald, Lermoos und Biberwier extern ein Mobilitätskonzept ausarbeiten lassen. Die Regionalentwicklung beantragt dazu Förderungen.

Die Gemeinden des Zugspitz-Talkessels wollen, dass sich die Aussichten auf die mobile Zukunft klären.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Ehrwald, Lermoos, Biberwier – „Die drei Gemeinden machen sich frühzeitig Gedanken über die anstehenden Entwicklungen“, sagt der Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA), Günter Salchner, und lobt das Engagement der Dorfchefs von Ehrwald, Lermoos und Biberwier. Denn diese stehen kurz davor, eine Ausschreibung für ein extern ausgearbeitetes „Mobilitätskonzept“ für den Zugspitz-Talkessel herauszugeben. „Ich habe für das Projekt eine 60-prozentige Förderung beantragt“, ist Salchner zuversichtlich, dass diese auch genehmigt wird.

So unterschiedlich die einzelnen Verkehrsprobleme der drei Gemeinden sind – so umfassend soll auch die Expertise werden. Hier die drei wichtigsten:

1Der Reiseverkehr aus dem Loisachtal: „Für mich ist klar, dass die A95 von München nach Garmisch durch die aktuellen Tunnelprojekte rund um Garmisch attraktiver wird“, versteht Salchner die Bedenken des Lermooser Bürgermeisters Stefan Lagg. Der beklagt nämlich inzwischen, dass Lermoos heutzutage gleich viel Verkehr zu schlucken habe wie seinerzeit vor der Freigabe des Lermooser Tunnels. „Der Verkehr knallt dann direkt auf das Viadukt in Ehrwald und teilt sich von dort durch Ehrwald und Lermoos in Richtung Fernpass“, wird Lagg nicht müde zu warnen. „Diese drei Gemeinden leben vom Tourismus – die Angst davor, überfahren zu werden, ist nicht abwegig“, sagt Salchner, der gerade bei Straßenbauprojekten den Blick der Verantwortlichen über die Grenze vermisst. Das sei schon bei der A7 auf deutscher Seite passiert und das Außerfern mit dem Problem allein gelassen worden.

2Daneben gibt es freilich den innerörtlichen Verkehr, wie BM Martin Hohenegg aus Ehrwald betont: „Es braucht ein zukunftsträchtiges System – bei uns geht es vielfach um Parkraum oder auch den Zubringer zu den Skigebieten.“ Und Salchner ergänzt: „Gerade beim Individualverkehr ist man nur allzu schnell bereit, den Zündschlüssel umzudrehen.“ Deshalb müsse auch die Bevölkerung mit moderierten Veranstaltungen einbezogen werden, sagt BM Hohenegg. „Der Einzelne soll nicht nur Teil des Problems sein, sondern sich vor allem als Teil der Lösung sehen“, erklärt der Regionalentwickler.

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3 Das betrifft natürlich auch den öffentlichen Personennahverkehr. Im Sommer beginnt die Neuausschreibung der Linien durch den Verkehrsverbund Tirol (VVT). „Mir ist es schon sehr wichtig, wie wir Biberwierer etwa zum Bahnhof nach Ehrwald und Lermoos oder zum Arzt kommen“, sagt der Biberwierer Dorfchef Paul Mascher.

„Als Erstes geht es dann sicher um eine Verkehrsdatenerhebung – worüber redet man heute und dann in zehn Jahren“, gibt Planungsverbandsobmann BM Hohenegg einen „ergebnisoffenen Prozess“ vor. Spätestens nächstes Jahr sollen Erkenntnisse vorliegen.


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