Schloss Bruck in Lienz zeigt Albin Egger-Lienz’ „Familienalbum“

Das Schloss öffnet am 16. Mai und widmet sich dem großen Künstler Egger-Lienz, dem Thema „Grenze“ und Wilfried Kirschl als Maler.

Schloss Bruck bietet ab 16. Mai ein vielfältiges Programm mit vier Ausstellungen und etlichen Konzerten.
© Schloss Bruck/Brunner

Lienz – Er gilt als einer der renommiertesten Künstler Osttirols: Albin Egger-Lienz (1868–1926). Viele seiner Werke befinden sich in der Sammlung von Schloss Bruck in Lienz und werden regelmäßig von Museen aus ganz Europa als Leihgabe erbeten.

Diesen Sommer gehört Egger-Lienz wieder den Osttirolern. Schloss Bruck zeigt ab dem 16. Mai eine neu konzipierte Dauerausstellung, die bis 2025 läuft. „Es wird keine statische Werkschau sein, sondern spannende Facetten aus dem Leben des Künstlers zeigen“, erklärt Stadtkultur-Leiterin Claudia Funder. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Stefan Weis zeichnet sie für die Neuaufstellung im Schloss verantwortlich.

Heuer steht der Mensch Albin Egger-Lienz im Mittelpunkt. Zu sehen sind selten gezeigte Grafiken, Fotos und Ausschnitte aus privaten Briefen. Die Exponate sollen den Weg des Malers vom unehelichen Bauernbuben zum Familienvater nachzeichnen.

Albin Egger-Lienz ist auf Schloss Bruck zu Hause. Ihm wird die Schau „Familienalbum“ gewidmet.
© Museum Schloss Bruck/Oberwalder

Eng mit dem Leben des Künstlers verknüpft ist das Leben und Werk von Wilfried Kirschl (1930–2010). Ihm gilt die zweite Sommerausstellung auf Schloss Bruck, die am 27. Juni eröffnet wird. Der Titel lautet „Lichträume. Wilfried Kirschl – das malerische Werk“. Der Kunsthistoriker, geboren in Wörgl, schuf das Standardwerk zum künstlerischen Schaffen von Albin Egger-Lienz, hat aber auch selbst gemalt. Raum, Licht und Volumen gelten als die Grundlagen, an denen sich Kirschls Bilder orientieren.

Die dritte Ausstellung dreht sich um das Thema „Grenze“ und die einstige Trennung von Ost- und Südtirol. Sie hat durch das Corona-Virus unerwartete aktuelle Brisanz bekommen. „Vor 100 Jahren wurde mitten durch den Bezirk Lienz eine Grenze gezogen, an welcher seit wenigen Tagen wieder strikte Kontrollen durchgeführt werden“, meint Claudia Funder dazu. Von Trennung, Herausforderung und vom Überwinden der Grenzen erzählt die Schau „grenzen|los“. „Wir wollen unseren Objekten eine Stimme leihen und ihre Geschichte erzählen“, sagt Stefan Weis. „Und diese Geschichten haben Gültigkeit weit über Osttirol hinaus.“

Von 16. Mai bis 14. Juni geht die letztjährige Schau „Maß & Form. Gwand aus Osttirol“ in die Verlängerung. Das Schloss bleibt bis zum 26. Oktober geöffnet. (TT)


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