Supermärkte suchen in Corona-Krise weitere Mitarbeiter

Soldaten helfen im Lager aus. Auch Metzger und Bäcker haben offen. Bargeldloses Zahlen wird bevorzugt.

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion
Auch Soldaten des österreichischen Bundesheeres helfen in den Lebensmittellagern aus.
© APA/BUNDESHEER/GUNTER PUSCH

Innsbruck – Die Billa-Mutter Rewe sucht angesichts der aktuell hohen Nachfrage aufgrund der Coronavirus-Ausbreitung temporär mehr als 2000 Mitarbeiter. „Es gibt kein Problem mit der Warenversorgung. Wir brauchen helfende Hände“, sagt Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti. Er denkt etwa an von Schließungen betroffene Mitarbeiter aus der Gastronomie, Handel, Hotellerie, aber auch an Schüler und Studenten. Haraszti rechnet mit 20 bis 30 Prozent mehr Kundennachfrage, weil die Gastronomie geschlossen ist.

📽 Video | Lebensmittelhandel sucht Personal

Auch Lidl sucht Mitarbeiter. Man brauche „jede Hilfe, die wir bekommen können“. Die Handelskette Spar braucht aktuell noch keine zusätzlichen Mitarbeiter. „Wir haben eine Personalreserve, nämlich die Hervis-Mitarbeiter.“

Das Heer wird für die Hilfseinsätze in der Coronakrise bis zu 3200 Soldaten aufstellen, sagte gestern Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Sie sollen unter anderem in den Supermarkt-Lagern aushelfen. Die Supermarktketten selbst versuchen ihre Mitarbeiter zu schützen. Risikogruppen – etwa Schwangere – würden nach Hause geschickt. Jüngere Mitarbeiter würden vermehrt bei den Kassen eingesetzt, ältere beim Auffüllen der Regale. Aus Rücksicht auf die Mitarbeiter riefen Bankenvertreter dazu auf, bargeldlos zu zahlen.

Auch die Lebensmittelindustrie arbeitet auf Hochdruck. Besonders gefragt sind Produkte mit langer Haltbarkeit, etwa Konserven und Teigwaren. „Es sind ausreichend Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Teigwaren, Mineralwasser vorhanden“, erklärte der Lebensmittelindustrie-Obmann Johann Marihart.

Offen halten dürfen ja weiterhin Geschäfte, die für den Alltagsbedarf notwendig sind. Das betrifft nicht nur den Verkauf von Lebensmitteln – auch Bäcker und Metzger haben offen –, sondern auch Apotheken, Drogerien, Trafiken und den Verkauf von medizinischen Produkten und Heilbehelfen. Kfz-Werkstätten und Tankstellen dürfen ebenfalls weiterarbeiten, Gleiches gilt für Post und Banken, den Verkauf von Tierfutter, den Agrarhandel einschließlich Schlachttierversteigerungen. Vom Verbot ausgenommen sind ferner Gesundheits- und Pflegedienstleistungen und Hygiene- und Reinigungsdienstleistungen sowie Notfall-Dienstleistungen.

Um die Verfügbarkeit von Lebensmitteln und medizinischen Gütern sicherzustellen, werden die Lenk- und Ruhezeitenbestimmungen für Lkw-Fahrer bis 14. April ausgesetzt, gab Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) bekannt. (mas, APA)


Kommentieren


Schlagworte