Nach Drogenskandal: Kampf um Goa-Festival in Stanz

Eine als Hoffest angemeldete Goa-Party im Brennereidorf sorgt derzeit für Ärger. Vergangenen Herbst endete die angemeldete Veranstaltung im Brennereidorf Stanz mit einem riesigen Wirbel.

Nachwehen gab es wegen des Paradise Valley Festivals in Stanz im vergangenen Herbst. Nun soll es wieder stattfinden.
© Paradise Valley Festival

Von Matthias Reichle

Stanz – „Ich war da blauäugig“, gesteht Bürgermeister Ferdinand Beer. Vergangenen Herbst endete eine als „Hoffest“ angemeldete Veranstaltung im Brennereidorf Stanz mit einem riesigen Wirbel. Bei Besuchern wurden Kokain, Cannabis, Speed, Amphetamine und Ecstasy sichergestellt – insgesamt gab es 15 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz. Medien schrieben vom „Drogenmekka“.

Der Bürgermeister als zuständige Veranstaltungsbehörde fühlte sich „überrumpelt“, wie er erklärte. Nun ist aber kein Gras über die Sache gewachsen – inzwischen liegen nämlich zwei neue Ansuchen vom selben Veranstalter für das so genannte „Paradise Valley Festival“ vor – deklariert als „Hoffest mit gastronomischen Darbietungen“. Auch dem Gemeinderat, den Beer als beratendes Gremium beigezogen hatte, schmeckt die Sache nicht. „Ich finde es unglaublich, dass man sich wieder traut, ein Ansuchen zu stellen, dass man sich nicht schämt, ich finde das zum Davonlaufen“, ärgerte sich etwa Gemeinderat Andreas Falch. Einhellig sprach man sich dagegen aus und untersagte auch die Zufahrt zum Grundstück.

Beer kündigte an, das Festival abzulehnen. „Ich bin mir aber sicher, dass das vor dem Landesverwaltungsgericht landen wird“, betonte er.

Veranstalter Dominik Unterrainer will nun den Bescheid abwarten, wie er gestern sagte. Sein Vater und Grundeigentümer des Festivalgeländes Martin Unterrainer bestätigte aber, dass ein negativer Bescheid beeinsprucht werde. Ihn ärgert vor allem die Vorgangsweise des Bürgermeisters: „Das Ansuchen wurde am 26. November abgegeben, jetzt erst wird es bearbeitet“, betonte er. Gleichzeitig sei es aus seiner Sicht nicht in Ordnung, dass der Dorfchef als zuständige Behörde den Gemeinderat befragt. „Er hat den Mund zu voll genommen. Er hat gesagt, er genehmigt das nicht mehr. So einfach ist das nicht, man muss es auch begründen.“

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Unterrainer, einst ein hoher Polizeibeamter und als stellvertretender Bezirkspolizeikommandant tätig, hat eine andere Sicht auf die Veranstaltung. Es wurde „viel aufgebauscht“, sagte er. Auf anderen Events gebe es wesentlich mehr Anzeigen, selbst bei Zeltfesten seien Drogen im Umlauf. „Er kann nichts dafür, dass ein paar so deppert sind“, verteidigte er seinen Sohn. „Er macht keine Fete, damit sich ein paar Giftler ausleben können.“ Für Drogen habe man kein Verständnis und werde beim Einlass rigorose Kontrollen machen. Er selbst werde da sein. Und dass die Goa-Party als Hoffest angemeldet ist, das sei rechtlich in Ordnung. „Es ist eine normale musikalische Unterhaltung – nur für Junge.“ Und man verkaufe zahlreiche selbst hergestellte bäuerliche Produkte. Der eigene Obstgarten zähle knapp 800 Bäume.


Kommentieren


Schlagworte