Corona-Patientin starb in Wien - Zwei Ärzte am AKH positiv

In Wien ist eine erst 48-jährige Frau in Covid-19-Heimquarantäne verstorben. Die Tote wurde Sonntagfrüh von Familienangehörigen aufgefunden, sagte Andreas Huber, Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien. Unterdessen wurde bekannt, dass zwei Anästhesisten - eine Ärztin und ein Arzt - am Wiener AKH positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sind.

Die Betroffenen hätten am vorvergangenen Wochenende an einem Ärztekongress in Zürs am Arlberg teilgenommen und dürften sich dabei infiziert haben, hieß es. Oswald Wagner, Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Med Uni Wien, versicherte, dass der Spitalsbetrieb im AKH intakt sei und weiter funktioniere. Medienberichte, denen zufolge Abteilungen gesperrt worden seien, wies er als unrichtig zurück.

Die Erkrankung der beiden Infizierten verlaufe jeweils moderat, ihr Gesundheitszustand sei „gut“. Kontaktpersonen der Ärztin - rund 20 Spitalsmitarbeiter - seien bereits auf eine mögliche Ansteckung getestet worden. Die bisherigen Ergebnisse wären allesamt negativ, teilte Wagner mit. Weitere Testungen wären im Laufen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus stieg in Österreich im Lauf des Dienstags auf 1.332 Fälle (Stand 15.00 Uhr) an, berichtete das Gesundheitsministerium. Die Zahl der eindeutig in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 stehenden Todesfälle liegt diesen Daten zufolge weiter bei drei, nunmehr neun Personen gelten als genesen. Die in Wien verstorbene Frau wird zunächst nicht offiziell als viertes österreichisches Covid-19-Todesopfer geführt, denn ein Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor und die Todesursache steht daher nicht fest, sagte Huber. Vorerst sei auch unklar, ob es bei der Patientin Vorerkrankungen gegeben hatte.

„Wenn sich ein Gesundheitszustand gezeigt hätte, der eine Spitalsversorgung notwendig gemacht hätte, wäre sie in einem Spital gewesen“, betonte der Sprecher. Die 48-Jährige habe sich nach einem positiven Testergebnis seit mehr als einer Woche in häuslicher Absonderung in ihrer Wohnung in Ottakring befunden. Sie hatte sich als Verdachtsfall selbst bei den Behörden gemeldet.

Am Montag war in der Steiermark in einem Akutspital eine Patientin aus einem Hartberger Seniorenheim gestorben, die unter Vorerkrankungen litt. Damit gibt es bisher drei behördlich bestätigte, durch SARS-CoV-2 verursachte Todesfälle: In Wien starb in der vergangenen Woche ein 69-Jähriger, ebenfalls mit Vorerkrankungen, im Spital. Am Sonntag wurde der Tod eines 72-jährigen Wieners bekannt, der ein Coronavirus-Verdachtsfall gewesen war. Am Montag bestätigte sich, dass er ebenfalls dem Virus erlegen ist.

Fünf Wiener Corona-Fälle gelten mittlerweile als wieder gesund. Zuletzt sind zwei deutsche Touristen als genesen aus der Quarantäne entlassen worden, die sich vor ihrer Reise in die Bundeshauptstadt bei einer Karnevalsveranstaltung in Deutschland mit SARS-CoV-2 angesteckt hatten. Nach zweiwöchiger Isolierung, großteils in ihrem Ferienapartment, sind sie nunmehr schon abgereist, sagte Huber.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und Experten der TU-Graz analysieren unterdessen das Geschehen rund um die Covid-19-Erkrankungen in Österreich. Demnach ist der Bezirk Landeck in Tirol regionaler Spitzenreiter. Mehr Männer als Frauen sind betroffen, die meisten Patienten im mittleren Alter.

Das neue Betreuungszentrum für Covid-19-Krankheitsheitsfälle mit leichtem Verlauf ist ab sofort einsatzbereit. Dafür wurde in den vergangenen Tagen die Halle A der Messe Wien mit insgesamt 880 Betten und zusätzlicher Infrastruktur ausgestattet. Ob bzw. ab wann das Notlager tatsächlich gebraucht wird, lasse sich derzeit schwer prognostizieren, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag. In der für die Betreuung von Corona-Patienten vorbereiteten Halle wurden mit Trennwänden Zwei-Bett-Kojen geschaffen.


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