Corona-Krise und Bedürftigkeit: Caritas und Co. bleiben Anlaufstellen

Trotz – oder gerade wegen – der Corona-Krise sind Sozialvereine derzeit besonders bemüht, ihre Angebote aufrechtzuerhalten.

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Beim Verein für Obdachlose betreiben Streetworker dieser Tage bei ihren Klienten intensive Aufklärungsarbeit rund um Corona. (Symbolfoto)
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Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Regelmäßig Hände waschen, sich nicht mit den Fingern ins Gesicht fahren, in die Armbeuge niesen. So einfach die Empfehlungen zur Eindämmung des Coronavirus klingen, so schwierig sind sie für manche Menschen umzusetzen oder überhaupt erst zu erfahren.

„Unsere Streetworker sind diese Tage besonders gefordert und versuchen, die Leute auf der Straße aufzuklären“, sagt Michael Hennermann vom Verein für Obdachlose in Innsbruck. Die hygienischen Möglichkeiten für Menschen, die auf der Straße leben, seien allerdings eingeschränkt, regelmäßiges Händewaschen oft nicht möglich. Außerdem sind sie oft geschwächt und haben Vorerkrankungen. Gerade deshalb hat auch die Teestube in der Landeshauptstadt nach wie vor geöffnet. Hier können Wohnungslose Wäsche waschen, sich duschen und ausrasten. „Wir achten darauf, dass sich jedenfalls weniger als 100 Menschen in den Räumlichkeiten aufhalten“, sagt Hennermann. Auch die Beratungstätigkeit des Vereins wird fortgesetzt, um nicht existenzbedrohende Fristen verstreichen zu lassen – dort, wo es geht, in erster Linie telefonisch oder per Mail.

Diese Woche geschlossen ist hingegen die Kleiderausgabestelle des Vereins für Obdachlose in den Viaduktbögen. Ab Montag können sich Menschen dort aber wieder mit dem Nötigsten versorgen. „In den Bogen selbst darf kein Klient, wir reichen die Kleidungssäckchen aus dem Fenster“, sagt Eva Wankmüller, Leiterin der Einrichtung. Früher oder später werden zwar die Vorräte ausgehen, die Annahme von Kleiderspenden sei momentan aber aufgrund der Gefahr, dass damit das Virus weitergetragen wird, nicht möglich.

Ebenfalls weiterhin geöffnet haben die Notschlafstellen in der Landeshauptstadt.

An die neuen Rahmenbedingungen angepasst hat man sich auch bei den Einrichtungen der Caritas. Die Katharina-Stube und die Wolfgangstube geben zwar weiterhin Essen aus, die Mahlzeiten dürfen aber nicht mehr in den Räumlichkeiten eingenommen, sondern müssen mitgenommen werden. Die Mentlvilla hat ihren Notschlafstellen-Betrieb auf 24 Stunden umgestellt, Bewohner müssen untertags die Einrichtung nicht mehr verlassen. Die Beratungsangebote der Caritas bleiben telefonisch und digital aufrecht.


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