Achenseebahn: „Insolvenzverfahren der Bahn ist in Vorbereitung“

Der Anwalt wisse Bescheid, der Konkursrichter ebenso. Das Ende der Achenseebahn hat begonnen. Vorstand Uhlig bleibt dennoch hoffnungsvoll.

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Eine Achenseebahn voller Passagiere wird man wohl nicht mehr in Jenbach sehen. Das Insolvenzverfahren ist in Vorbereitung.
© Eva-Maria Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Jenbach – Es ist soweit: Achenseebahn-Vorstand Martin Uhlig bereitet mit seinem Anwalt das Insolvenzverfahren vor. Dazu seien jede Menge Daten und die Historie der Bahn der letzten Jahre nötig. Ein umfangreiches Zusammentragen von Informationen, die in Abstimmung mit dem Konkursrichter laut Uhlig bereits seit gestern erfolgen.

Eine Konkursverschleppung will sich Uhlig keinesfalls vorwerfen lassen. Daher hat er nun das Insolvenzverfahren auf Schiene gebracht. „Ich kann nicht die Hände in den Schoß legen. Ich muss nachweislich am Konkursverfahren arbeiten und das tue ich auch“, sagt Uhlig. Langweilig sei ihm derzeit trotz De-facto-Ausgangssperre nicht. Das Verfahren sei aufwendig und in Krisenzeiten wie diesen komme erschwerend hinzu, dass er nicht einfach auf Zuruf mit seinen Mitarbeitern in Kontakt treten könne. Und Uhlig müsse fürs Insolvenzverfahren auf das Wissen seiner Mitarbeiter zurückgreifen, denn er selbst ist erst seit Ende letzten Jahres als Vorstand in den Betrieb gekommen.

Uhlig hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Denn auch wenn er nun offen das Insolvenzverfahren angeht und dazu alles Nötige Schritt für Schritt zusammenstellt, heiße das noch nicht, dass es auch fix zum Konkurs der Achenseebahn kommt. „Vielleicht kann man das noch abwenden. Wir bräuchten ja nur geringe Investitionen, damit wir vorläufig bis Mai fahren könnten. Dann können wir mit den Einnahmen bis dahin die offenen Rechnungen aus dem laufenden Betrieb bezahlen“, meint Uhlig. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich noch jemand findet, der diese finanzielle Lücke überbrückt.

Doch vom heimischen Großunternehmer über Kenner der Achenseebahn bis hin zum Politiker ist für viele klar: Eine Überbrückung für einen Saisonstart ist zu wenig, um die Bahn zu retten. So könne es nicht weitergehen. Der Bestand der Achenseebahn sei auf längere Zeit nicht mehr finanzierbar – die TT berichtete.

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Seitens des Landes Tirol weiß man vom Konkursverfahren der Achenseebahn noch nichts. Offiziell gebe es noch keine Einbringung. Doch die Uhr ticke, denn es gelte Fristen einzuhalten, damit es nicht zu einer Konkursverschleppung komme. Seit öffentlich bekannt ist, dass die Bahn vor dem Ruin steht, müsse gehandelt werden.

Zur Vision einer Seilbahn von Jenbach bis zum Achensee gab es seitens LHStv. Josef Geisler gestern bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.


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