Faßmann darf Uni-Aufnahmeprüfungen verschieben

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erhält am Freitag vom Nationalrat die Möglichkeit, Aufnahmeverfahren an Hochschulen zu verlegen bzw. zeitlich selbst anzusetzen, um wegen der verschobenen Matura das System in Balance zu halten. Konkret geht es um Eignungs-, Aufnahme- und Auswahlverfahren, die noch nicht begonnen bzw. noch nicht abgeschlossen sind.

Hier kann der Minister mittels Verordnung nähere Regelungen, insbesondere betreffend die Festlegung einheitlicher Termine und Fristen, erlassen. Die Regelung erfasst hochschultypen-übergreifend alle Arten von Zulassungsverfahren zu Universitäts- und Hochschulstudien. Eignungsverfahren sind insbesondere jene zur Feststellung der künstlerischen oder sportlichen Eignung sowie zur Feststellung der Eignung für ein Lehramtsstudium.

Diese Regel, die die Autonomie der Hochschulen einschränkt, gilt bis Ende 2021.

Zurückhaltend gibt sich Faßmann bezüglich einer möglichen Verschiebung der Sommerferien, falls die Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie länger als bis Ostern geschlossen bleiben.“Meine größere Sorge als die Frage, was im Sommer sein wird, ist die Frage, wie wir die nächsten Wochen gestalten werden“, sagte er im Ö1-“Morgenjournal“ am Mittwoch.

Denn das „distance learning“ habe auch seine Schwächen im Bereich der Motivation der Kinder. Bis zum Sommer seien es noch drei Monate, das sei noch ein „langer Zeitraum“, ergänzte er. Außerdem betonte Faßmann: „Der Lehrplan ist nicht die treibende Kraft, um zwangsläufig in den Sommer hineinzugehen. Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Man muss hier nicht alles gleichgewichtig im Detail unterrichten.“

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) noch nicht festgelegt.

Insgesamt waren sieben Klausurtage für die verschiedenen Fächer vorgesehen. Da knapp nach dem voraussichtlichen Beginn mit Christi Himmelfahrt (21. Mai) ein Feiertag ansteht, dürfte sich die Zentralmatura damit bis 29. Mai ziehen.

Unter den Bildungsdirektoren der Bundesländer gibt es unterdessen unterschiedliche Ansichten, was die Verschiebung der Schulferien betrifft, sollte der Ausnahmezustand länger als bis Ostern andauern. Die steirische Bildungsdirektorin, Elisabeth Meixner, sagte im ORF-Radio: „Natürlich wird diese Frage schon gestellt, was die Ferien betrifft, aber zur Zeit wäre das aus meiner Sicht noch zu früh.“ Sollten allerdings mehr als vier, fünf Wochen betroffen sein, „muss man darüber reden, ob es eine Möglichkeit gibt, den versäumten Unterrichtsstoff in irgendeiner Art und Weise nachzuholen“. Eine diese Möglichkeiten sei, die Sommerferien zu verkürzen.

Der Salzburger Bildungsdirektor Rudolf Mair sieht derzeit keine Veranlassung, derzeit über die Sommerferien nachzudenken. „Wenn die Phase länger dauern sollte als bis nach Ostern, dann werden sicher neue Überlegungen angestellt“, sagte er. Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer gab sich noch zurückhaltender: „Wir sind derzeit so damit beschäftigt, die Ist-Situation gut zu bewerkstelligen“. Er empfehle daher den Eltern und Schülern, sich „nicht Gedanken zu machen, was der übernächste Schritt ist“. Himmer: „Wenn wir das jetzt schaffen, wird die Frage des Aufholens des Lernstoffs nicht die große Herausforderung sein.“


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